NBA: Thunder deklassieren Lakers 125-107 ohne Doncic
Im zweiten Spiel der Playoff-Serie besiegten die Thunder die Lakers mit 125-107. Shai Gilgeous-Alexander und Chet Holmgren erzielten jeweils 22 Punkte. Oklahoma City führt die Serie mit 2:0, während Austin Reaves mit 31 Punkten bester Werfer der Lakers war.
Hauptgeschehen
Die Oklahoma City Thunder besiegten die Los Angeles Lakers im zweiten Spiel der Western-Conference-Semifinals der NBA souverän. Die Partie, die am 7. Mai im Paycom Center in Oklahoma City stattfand, endete mit einem 125-107-Sieg der Titelverteidiger. Die Thunder gingen in der Best-of-Seven-Serie mit 2:0 in Führung und stellten die Lakers vor eine gewaltige Aufgabe, die Serie auf eigenem Boden zu retten.
Mark Daigneaults Team zeigte seine typische Tiefe. Trotz Verletzungen von Schlüsselspielern fand Oklahoma City die Mittel, den Gegner zu ersticken, der seinerseits ohne seinen größten Star auskommen musste – Luka Doncic.
Details und Statistiken
Die Partie sah für die Gäste nur in der ersten Hälfte vielversprechend aus. Die Lakers bewegten den Ball gut und trafen ihre Würfe, sodass sie mit einer knappen 58-57-Führung in die Halbzeit gingen. Austin Reaves, der in Spiel 1 enttäuscht hatte (8 Punkte, 3 von 16 Würfen), rehabilitierte sich vollständig: Der Guard erzielte mit 31 Punkten (10 von 16 Würfen) einen Karrierebestwert in den Playoffs und legte 6 Assists auf. LeBron James steuerte 23 Punkte und 6 Assists bei, Rui Hachimura kam auf 16 Punkte.
Der Wendepunkt kam im dritten Viertel. Früh im Abschnitt wurde Thunder-Anführer Shai Gilgeous-Alexander wegen eines Offensivfouls verwarnt, das nach Videobeweis als Flagrant-Foul eingestuft wurde – sein viertes persönliches Foul. Bei einer 66-61-Führung der Lakers und Gilgeous-Alexander auf der Bank schien es, als würden die Gäste endlich die Kontrolle übernehmen. Doch das Gegenteil trat ein: Innerhalb von 12 Minuten legten die Thunder einen verheerenden 32-15-Lauf hin.
Mehrere Spieler überzeugten offensiv für Oklahoma City. Chet Holmgren hatte ein phänomenales Spiel mit 22 Punkten, 9 Rebounds, 4 Steals (Playoff-Karrierebestwert) und 2 Blocks. Ajay Mitchell, der den verletzten Jalen Williams ersetzte, erzielte 20 Punkte und gab 6 Assists. Rookie Jared McCain steuerte von der Bank 18 Punkte bei und traf 4 von 5 Dreiern. Insgesamt übertraf das Trio Holmgren, Mitchell und McCain die Lakers allein im dritten Viertel mit 23-22.
Das Hauptproblem der Lakers waren Ballverluste: 21 Turnover führten zu 26 Punkten für die Thunder. Zudem ließen sie 17 Second-Chance-Punkte durch Offensivrebounds zu.
Kontext und Bedeutung
Die historischen Statistiken sprechen gegen die Lakers. Seit der Einführung des 16-Team-Playoff-Formats im Jahr 1984 haben Teams, die in einer Serie mit Heimvorteil mit 0:2 zurückliegen, eine Bilanz von 19-221. Mit anderen Worten: Die Chancen der Kalifornier auf ein Comeback sind statistisch vernachlässigbar.
Ein entscheidender Faktor ist das Fehlen von Luka Doncic. Der slowenische Superstar hat seit Anfang April aufgrund einer Zerrung des Oberschenkelmuskels (Grad 2) nicht mehr gespielt. Doncic selbst gab zu, dass die anfängliche medizinische Prognose eine Erholungszeit von acht Wochen vorsah und dieser Zeitraum noch nicht abgelaufen ist. Er wurde nicht für Kontakttraining freigegeben, und laut Insidern wird er in dieser Serie wahrscheinlich gar nicht auflaufen.
Ohne Doncic stützt sich die Offensive der Lakers nur auf LeBron und Reaves, aber das reicht gegen die vielschichtige Verteidigung von Oklahoma City eindeutig nicht. Obwohl die Thunder selbst ihren Schlüsselspieler Jalen Williams (ebenfalls aufgrund einer Oberschenkelverletzung) verloren haben, verfügt Daigneaults Team über mehr als genug Tiefe.
Die Thunder haben in dieser Postseason noch kein Spiel verloren – sechs Siege in sechs Spielen. Das Team funktioniert wie eine gut geölte Maschine, bei der der Ausfall eines Teils durch kollektive Chemie und Kaderbreite kompensiert wird. Nach dem Spiel nannte Coach Daigneault Holmgren „einen absoluten Gewinner, der sich steigert, wenn die Scheinwerfer am hellsten leuchten.“
Ausblick / Vorschau auf das nächste Spiel
Spiel 3 der Serie findet am Samstag, den 9. Mai, in Los Angeles in der Crypto.com Arena statt. Tip-off ist um 17:30 Uhr ET (00:30 Uhr Moskauer Zeit am Sonntag). Das Spiel wird auf ABC mit einem alternativen Feed auf ESPN übertragen.
Für die Lakers ist dies ohne Übertreibung ein Alles-oder-Nichts-Spiel für die Saison. Ein 0:3-Rückstand wäre ein Todesurteil, das in der NBA-Geschichte noch nie aufgehoben wurde. Die entscheidenden Fragen sind der körperliche Zustand von LeBron James, der über 38 Minuten pro Spiel auf dem Feld steht, und ob Austin Reaves erneut eine 30+-Punkte-Leistung abliefern kann.
Für Oklahoma City, um ins Conference-Finale einzuziehen, müssen sie einfach ihren Basketball spielen – schnell, aggressiv in der Verteidigung und mit ständiger Ballbewegung in der Offensive. Wenn Gilgeous-Alexander frühe Foulprobleme vermeidet und Holmgren weiterhin die Zone dominiert, könnte die Serie nach mindestens vier Spielen beendet sein.
— Editorial Team