Vorschau: Wembanyama und die Spurs wollen gegen Minnesota an den Erfolg anknüpfen
Nach Victor Wembanyamas spektakulärer Leistung (39 Punkte, 15 Rebounds, 5 Blocks) in Spiel 3 führt San Antonio in der Serie mit 2:1. Kann das französische Phänomen Anthony Edwards und Minnesota in Spiel 4 am 11. Mai erneut übertrumpfen?
Hauptevent
Am 11. Mai 2026 werden die San Antonio Spurs versuchen, einen entscheidenden Schritt in Richtung Western Conference Finals zu machen. In Spiel 4 der NBA-Playoff-Serie der zweiten Runde gegen die Minnesota Timberwolves hat das Team die Chance, auf 3:1 zu erhöhen und die Serie nach Texas zurückzubringen, wo sie sie vor heimischem Publikum beenden könnten. Das Spiel findet im Target Center in Minneapolis statt, Tip-off ist um 18:30 Uhr Ortszeit.
Dieses Spiel ist die Fortsetzung eines der aufregendsten individuellen Duelle der aktuellen Playoffs: der 22-jährige französische Überflieger Victor Wembanyama gegen den 24-jährigen Minnesota-Anführer Anthony Edwards. Nach drei Spielen führen die Spurs die Serie mit 2:1 an, und Spiel 4 könnte entweder das Kräfteverhältnis dramatisch verschieben oder San Antonio einen weiteren Schritt in Richtung nächste Runde bringen.
Details und Statistiken
Spiel 3, das am Freitag, den 9. Mai, stattfand, war eine Galavorstellung des 2,24 Meter großen Franzosen. Wembanyama erzielte 39 Punkte (13 von 18 aus dem Feld), holte 15 Rebounds und verbuchte 5 Blocks in 38 Minuten auf dem Platz. Seine Feldwurfquote lag bei 72,2 %, und er verwandelte 10 von 12 Freiwürfen.
Diese Leistung schrieb Geschichte. Wembanyama ist erst der vierte Spieler in der NBA-Geschichte, der in einem Playoff-Spiel 35+ Punkte, 15+ Rebounds und 5+ Blocks erreichte, und gesellt sich zu Kareem Abdul-Jabbar, Hakeem Olajuwon und Shaquille O'Neal. Darüber hinaus ist der Franzose der Einzige, der dies mit einer Wurfquote von über 70 % schaffte. Als Reporter ihn auf diese Gesellschaft ansprachen, lächelte Wembanyama und sagte: „Es ist schön, neben den Großen zu stehen“, und gab zu, dass sein charakteristischer Dreh-Fadeaway über Rudy Gobert dank Lektionen von Olajuwon selbst gelang.
Das vierte Viertel verdient besondere Aufmerksamkeit. 6:18 Minuten vor Schluss zog Jaden McDaniels Wembanyamas fünftes Foul, wodurch Minnesotas Rückstand auf einen Punkt (99:98) schrumpfte. In diesem Moment setzte Trainer Mitch Johnson seinen Star auf die Bank – aber nur für eine Minute. Mit dem Risiko, auszufoulen, kehrte Wembanyama aufs Feld zurück und erzielte im Schlussviertel 16 Punkte. Sein Dreier als Antwort auf Naz Reids Wurf 3:06 Minuten vor Schluss brachte den Spurs eine Sechs-Punkte-Führung. Danach erholte sich Minnesota nicht mehr.
De'Aaron Fox (17 Punkte) und Stephon Castle (13 Punkte, 12 Assists, Spielbestwert plus-17) unterstützten den Anführer. Wichtig: Die Spurs lagen in der zweiten Halbzeit nie zurück – obwohl ihr Vorsprung nie zweistellig wurde.
Für Minnesota erzielte Anthony Edwards 32 Punkte und holte 14 Rebounds. Er kehrte nach einer tiefen Knochenprellung im linken Knie zurück und spielte erst sein drittes Spiel seit der Verletzung. Seine Bemühungen reichten jedoch nicht. Julius Randle erzielte in den ersten drei Vierteln nur einen Feldwurf bei vier Fouls, und Ayo Dosunmu und McDaniels trafen zusammen nur 7 von 24 Würfen aus dem Feld. Minnesota vergab die ersten 12 Würfe des Spiels und insgesamt 61 von 99 Versuchen.
Kontext und Bedeutung
Dieses Duell hat das Zeug dazu, die Western Conference für das nächste Jahrzehnt zu prägen. Zwei Supertalente – Wembanyama und Edwards – verkörpern die neue Generation von NBA-Stars. Wie Chip Scoggins, Kolumnist der Star Tribune, schrieb, könnte ihr Aufeinandertreffen „eine Vorschau auf Playoff-Schlachten für die nächsten zehn Jahre oder so“ sein.
Für Minnesota wird die Situation durch Kaderprobleme erschwert. Point Guard Donte DiVincenzo fällt aufgrund einer Achillessehnenverletzung aus und wird dem Team in Spiel 4 nicht helfen. Stand Samstagmorgen hatten die Spurs keine Spieler auf ihrer Verletzungsliste. Dieser Tiefenfaktor könnte entscheidend sein.
Auch die Besitzstatistiken sprechen für San Antonio. In Spiel 3 nahm Minnesota 14 Würfe mehr, holte 15 offensive Rebounds gegenüber 8 der Spurs – und verlor trotzdem. San Antonio neutralisierte diesen Vorteil mit Qualitätswürfen: 6 von 10 Dreiern im entscheidenden dritten Viertel. Zudem zwangen Ganzfeld-Pressing und Perimeter-Traps die Wolves zu entscheidenden Fehlern.
San Antonios Trainer Mitch Johnson lobte die Fortschritte des Teams im physischen Spiel: „Das war einer unserer Hauptschwerpunkte. Wir wissen, dass Teams vorhaben, uns hart zu spielen. Aber unsere Physis zeigt sich nicht immer auf die gleiche Weise wie bei anderen Teams – und das ist in Ordnung. Wir wollen in diesem Aspekt wachsen, und ich denke, das haben wir in dieser Saison geschafft.“
Was als Nächstes kommt / Vorschau auf das nächste Spiel
Spiel 4 der Serie findet am Sonntag, den 10. Mai (Ortszeit in Minneapolis; in Europa und Asien bereits am 11. Mai) im Target Center statt. Übertragung auf NBC und Peacock.
Für die Spurs ist die Aufgabe klar: Gewinnen, und die Serie geht nach San Antonio zu Spiel 5 am Dienstag, mit der Chance, vor heimischem Publikum zu entscheiden. San Antonio hat ein ähnliches Szenario bereits in der ersten Runde gegen Portland durchgespielt – sie verloren den Heimvorteil, gewannen aber zwei Auswärtsspiele und gingen mit 3:1 in Führung.
Die Hauptfrage ist, ob Minnesotas Trainer Chris Finch ein Gegenmittel gegen Wembanyama finden kann. Yahoo Sports hebt drei mögliche Anpassungen hervor: mehr Minuten für Gobert, frühere Doppeldeckungen gegen den Franzosen und mehr Dreipunktversuche in der Offensive, um nicht in die Zone gegen seine Shot-Blocking zu gehen. Nach Spiel 3 räumte Edwards die Schwierigkeit ein: „Sie haben da einen Typen, der 2,29 Meter groß ist. Er nimmt viel Platz ein. In der Zone ist er einfach überall.“
Wenn Minnesota dieses Spiel verliert, wäre ein Comeback von 1:3 gegen ein Team mit Wembanyama nahezu unmöglich. Wenn die Wolves die Serie ausgleichen, wird es ein Best-of-Three mit Heimvorteil für die Spurs. Die Einsätze sind unglaublich hoch – und genau das macht Spiel 4 zum Pflichtprogramm.
— Editorial Team