# Wie James Morrison West Brom mit einem Kaderskelett am Leben hält
West Bromwich Albion verzeichnen eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage – ihre beste seit über einem Jahr –, und das unter einigen der härtesten Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Nach drei sieglosen Monaten und acht Niederlagen in den vorherigen 12 Championship-Partien sah der Klassenerhalt unwahrscheinlich aus. Doch Interim-Trainer James Morrison hat die Dinge irgendwie umgekrempelt, indem er wochenlang dieselbe Handvoll erschöpfter Spieler einsetzt.
Eine Serie aus purem Kampfgeist, nicht Glanz
Das ist keine Geschichte von taktischen Meisterwerken oder Starneuzugängen, die das Spielfeld erleuchten. Es geht um Widerstandsfähigkeit. Sieben Feldspieler haben jedes einzelne dieser sechs Spiele von Anfang an bestritten. Zwischen dem Karfreitagsspiel gegen Wrexham und dem Ostermontagsduell mit Southampton machte Morrison in beiden Aufstellungen nur eine Feldspielerauswechslung. Solche Konsistenz signalisiert normalerweise Tiefe – hier schreit sie nach Verzweiflung.
Der Mangel an frischen Kräften war spürbar. In beiden Osterpartien dominierten die Baggies die erste Halbzeit, verblassten aber nach der Pause komplett. Gegen Blackburn – ein entscheidendes Sechspunkterduell im Abstiegskampf – waren nur zwei Einwechslungen älter als 22. Der Rest der Bank hatte in der gesamten Saison zusammen erst 12 Liga-Einsätze. Wie Morrison danach zugab, hätte er in solchen Hochspannungsduellen erfahrene Köpfe gewollt, hatte sie aber einfach nicht zur Verfügung.
Gehende Verletzte und Marathonmänner
Die Verletztenliste liest sich wie ein Who-is-Who der Schlüsselspieler:
- Karlan Grant (Hauptstürmer)
- Mikey Johnston (kreativer Flügelstürmer)
- Tammer Bany (vielseitiger Verteidiger)
- Chris Mepham (defensiver Fels)
- Jed Wallace (offensiver Außenverteidiger)
- Krystian Bielik (zentraler Mittelfeld-Kämpfer, wahrscheinlich für die Saison aus)
Trotzdem ist das Team nicht zusammengebrochen. Stattdessen hat eine Kernmannschaft trotz Erschöpfung, Schmerzen und mentaler Belastung durchgehalten. Schaut euch diese Marathon-Statistiken an:
- Aune Heggebo: 64 aufeinanderfolgende Liga-Einsätze für Brann und West Brom, ohne Off-Season-Pause wegen des anderen Spielkalenders in Norwegen.
- Isaac Price: 60 Einsätze in Folge für Verein und Land über mehr als ein Jahr.
- Danny Imray, Callum Styles, George Campbell: Jede einzelne Minute jedes Spiels seit über einem Monat.
- Ousmane Diakite und Jayson Molumby: Verpassten in diesem Zeitraum jeweils nur 10 bzw. 13 Minuten.
Es grenzt an ein Wunder, dass diese Gruppe unter der Last nicht eingeknickt ist. Ihre körperliche und mentale Ausdauer trägt die Abstiegshoffnungen von West Brom.
Licht am Ende des Tunnels?
Endlich zeichnet sich Hoffnung ab. Morrison bestätigte letzte Woche, dass Mepham, Bany und Grant alle wieder mittrainieren. Sofortiges Spieleinsatz ist für keinen garantiert, aber schon teilweise Verfügbarkeit wäre ein riesiger Schub für den Endspurt der Saison.
Mit nur noch wenigen Spielen in der Championship-Runde zählt jeder Punkt. West Brom liegt derzeit knapp über dem Abstiegsstrich, und die verschenkten Führungen gegen Wrexham (2:0) und Southampton (späte Ausgleich zu Hause) tun weh – beweisen aber auch, dass sie mit Play-off-Kandidaten mithalten können. Das allein ist ein riesiger Fortschritt gegenüber der Form zu Jahresbeginn.
Wichtige Erkenntnisse
- West Broms Serie von sechs Spielen ohne Niederlage ist die längste seit über einem Jahr, trotz des Ausfalls von sechs Schlüsselspielern.
- Sieben Feldspieler standen in jedem dieser Spiele in der Startelf; Kaderrotation gab es praktisch nicht.
- Mehrere Spieler haben über 60 Einsätze in Folge ohne Pause absolviert – was ernsthafte Fitnessfragen aufwirft.
- Karlan Grant, Chris Mepham und Tammer Bany trainieren wieder und könnten Verstärkung bieten.
- Die Einbrüche in der Schlussphase zeigen den Preis der extremen Spielerabhängigkeit – aber auch gesteigerte Qualität, wenn frisch.
Morrison hat West Brom nicht über Nacht verwandelt. Was er geleistet hat, ist, maximale Leistung aus einem dezimierten, überarbeiteten Kader herauszuholen – und das könnte gerade ausreichen, um sie in der Championship zu halten. Wenn auch nur einer oder zwei der Rückkehrer in der Schlussphase entscheidende Minuten beisteuern, könnten die Baggies einen großen Befreiungsschlag landen. Vorerst ist es ein Zeugnis für Kadergeist, kluge Spielerführung und puren Willen.
— Editorial Team