Montreal erreicht das Eastern Conference Finale – Newhooks Overtime-Tor in Spiel 7
Im entscheidenden Spiel der Serie gegen Buffalo gewannen die Canadiens 3:2 in der Verlängerung. Alex Newhook wurde der zweite Spieler in der Ligageschichte, der in einem einzigen Playoff-Durchgang mehrere Tore in Spiel 7 erzielte.
Hauptereignis
Die Montreal Canadiens besiegten die Buffalo Sabres in einem dramatischen Spiel 7 der zweiten Runde der NHL-Playoffs mit 3:2 in der Verlängerung und zogen ins Eastern Conference Finale ein. Die Partie fand am Montag, dem 18. Mai 2026, im KeyBank Center in Buffalo statt. Der Held des Abends war Stürmer Alex Newhook, der das Siegtor in der 11:22 Minute der Verlängerung erzielte.
Dieses Tor war historisch – Newhook wurde erst der zweite Spieler in der NHL-Geschichte, der in einem einzigen Stanley-Cup-Playoff-Durchgang mehrere spielentscheidende Tore in Spiel 7 erzielte. Bereits in der ersten Runde hatte er für die Canadiens einen Sieg in Spiel 7 gegen die Tampa Bay Lightning klargemacht, mit einem Tor im dritten Drittel.
Details und Statistiken
Das Spiel verlief dramatisch. Im ersten Drittel übernahm Montreal die Kontrolle – um 4:00 eröffnete Phillip Danault den Torreigen, nach Vorarbeit von Kaiden Guhle und Alexandre Texier. Um 14:00 erhöhte Zachary Bolduc in Überzahl auf 2:0, unterstützt von Nick Suzuki und Lane Hutson.
Buffalo drehte das Spiel. Im zweiten Drittel verkürzte Jordan Greenway, und im dritten Drittel glich Rasmus Dahlin um 6:27 aus. Die Sabres wären beinahe in der regulären Spielzeit zum Sieg gekommen – Beck Malenstyn schob die Scheibe ins Tor der Canadiens, aber der Schiedsrichter hatte einen Wimpernschlag zuvor abgepfiffen.
Canadiens-Goalie Jakub Dobeš parierte 37 Schüsse – ein entscheidender Faktor für den Sieg. Sein Gegenüber Ukko-Pekka Luukkonen hielt 22 Schüsse.
Newhooks Statistiken in der zweiten Runde waren beeindruckend: 6 Tore und 1 Vorlage in sieben Spielen. Das ist die zweithöchste Torausbeute eines Montreal-Spielers in einer einzelnen Serie in den letzten 30 Jahren, nur übertroffen von Michael Cammalleri, der 2010 sieben Tore erzielte.
Kontext und Bedeutung
Montreals Sieg hat eine tiefe symbolische Bedeutung für ein Team, das sich in einem langwierigen Neuaufbau befindet. Verteidiger Mike Matheson bemerkte nach dem Spiel, dass das Team die ständigen Reden über eine „glänzende Zukunft“ leid sei, die immer wieder aufgeschoben werde. Seiner Aussage nach beweist dieser Erfolg, dass die Zukunft angekommen ist.
Die Canadiens sind das jüngste Team seit 33 Jahren, das ein Conference-Finale erreicht hat. Der Club hat diese Runde seit 2010 viermal erreicht – nur Tampa Bay (7) und die Rangers (5) haben in diesem Zeitraum mehr Conference-Final-Teilnahmen vorzuweisen.
Auch ein ligaweiter historischer Meilenstein wurde aufgestellt. Montreal holte seinen rekordverdächtigen 17. Sieg in Spiel 7 der Stanley-Cup-Geschichte und übertraf damit die Boston Bruins (16). Zudem bauten die Canadiens ihren eigenen Rekord für Auswärtssiege in Spiel 7 aus – nun 9 Siege und 6 Niederlagen in 15 Spielen.
Die Playoffs 2026 schrieben ebenfalls Geschichte: Alle ersten 12 Serien benötigten mindestens ein Overtime-Spiel. Das gab es zuvor nur zweimal, in den Jahren 2013 und 2001.
Die Serie gegen Buffalo war in Bezug auf den Heimvorteil äußerst inkonsistent. Von den sieben Spielen gewannen nur zwei die Heimmannschaft. Die Sabres ergriffen vor dem entscheidenden Spiel sogar eine ungewöhnliche Maßnahme – sie übernachteten in einem Hotel, um eine Auswärtsatmosphäre zu simulieren, aber das brachte nicht den gewünschten Erfolg.
Wie es weitergeht
Montreal trifft im Eastern Conference Finale auf die Carolina Hurricanes. Es ist das achte Playoff-Duell zwischen den beiden Clubs und das erste seit genau 20 Jahren.
Der Spielplan für das Eastern Conference Finale steht fest:
- Spiel 1: Donnerstag, 21. Mai, 20:00 Uhr ET – Montreal in Carolina (Raleigh, PNC Arena)
- Spiel 2: Samstag, 23. Mai, 19:00 Uhr ET – in Raleigh
- Spiel 3: Montag, 25. Mai, 20:00 Uhr ET – in Montreal
- Spiel 4: Mittwoch, 27. Mai, 20:00 Uhr ET – in Montreal
- Spiel 5*: Freitag, 29. Mai (falls nötig)
- Spiel 6*: Sonntag, 31. Mai (falls nötig)
- Spiel 7*: Dienstag, 2. Juni (falls nötig)
Alle Spiele werden auf TNT und truTV übertragen, in Kanada auf Sportsnet, CBC und TVA Sports.
Redaktionelle Prognose
Carolina geht als Meister der Metropolitan Division in der regulären Saison ins Conference-Finale und hat Heimvorteil. Montreal hat jedoch eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit auswärts gezeigt – beide Siege in Spiel 7 in dieser Postseason gelangen auswärts. Die Canadiens haben zudem nach einer Niederlage in diesen Playoffs noch kein Spiel verloren (6:0) und liegen damit nur hinter den Rekorden von New Jersey (8:0 im Jahr 1988) und Tampa Bay (7:0 in mehreren Saisons). Schlüsselfaktoren werden die Torhüterleistung und die Überzahl-Effizienz sein – wenn Dobeš sein derzeitiges Zuverlässigkeitsniveau hält und Montreals junge Spieler weiterhin ohne Rücksicht auf den Status des Gegners agieren, könnte sich die Serie über sechs oder sieben Spiele erstrecken. Carolina bleibt aufgrund seiner Tiefe und Erfahrung der Favorit, aber die Canadiens nach zwei aufeinanderfolgenden Siegen in Spiel 7 abzuschreiben, wäre unklug.
— Editorial Team