# Neuer APL-CEO zielt auf Zuschauerwachstum ab, während A-Leagues vor großen Herausforderungen stehen
Steve Rosich, der neue Geschäftsführer der Australian Professional Leagues (APL), hat ein klares Ziel: Die A-Leagues sollen zum drittgrößten Sportwettbewerb in Australien werden und die Big Bash League im Cricket sowie die National Basketball League überholen. Seine dringendste Priorität ist der Rückgang der Zuschauerzahlen an Spieltagen, den er als das akuteste Problem ansieht. Rosich ist überzeugt, dass der einzigartige Reiz der Liga – Männer- und Frauenwettbewerbe quer durch Australien und Neuseeland – eine starke Basis für Wachstum bietet, gibt aber zu, dass die aktuellen Zahlen enttäuschend sind.
Den Rückgang der Zuschauerzahlen stoppen
Die durchschnittliche Zuschauerzahl in der Männer-A-League liegt in dieser Saison bei etwas über 8.000, ein starker Einbruch gegenüber den Rekordwerten von fast 15.000 in der Saison 2007-08 und rund 8 % unter dem Vorjahreswert. Rosich räumt ein, dass das unzureichend ist, betont jedoch, dass die Vorsaison seit Langem die beste war und diese Saison ähnlich enden könnte. Besondere Probleme in Sydney, wo Sydney FC vom Allianz Stadium wegmusste und die Western Sydney Wanderers sportlich hadern, haben den Absturz befeuert. Dennoch verzeichnet Rosich einen Anstieg der Streaming-Minuten um 15 %, was auf ein Interesse jenseits der Stadien hindeutet.
Sein Plan zur Steigerung der Besucherzahlen sieht einen ligaweiten koordinierten Einsatz vor. Top-Spiele, vor allem große Rivalen-Duelle, sollen in Prime-Time in erstklassigen Stadien ausgetragen werden. Diese Matches werden mit einheitlichen Ticketaktionen beworben, die auf gute Erreichbarkeit und günstige Preise setzen. Ziel ist es, die Leagues wieder enger an die breite Fußballgemeinde in Australien zu binden.
Dringende außersportliche Probleme klären
Neben den Zuschauerzahlen hat Rosich etliche administrative Hürden zu meistern, die schnell gelöst werden müssen:
- Übertragungsrechte: Der Vertrag mit Paramount und Channel 10 endet nach dieser Saison. Rosich meldet „Interesse mehrerer Parteien“ und rechnet mit einem Abschluss der Gespräche innerhalb eines Monats – die meisten tippen auf Verlängerung. 2028 bietet sich eine große Chance, wenn Rechte für Matildas, Socceroos und A-Leagues gebündelt werden könnten.
- Klub-Eigentum: Die APL hat die Central Coast Mariners übernommen, doch der Verkauf, der bis Ende März stehen sollte, hängt noch. Die Zukunft von Canberra United in der A-League Women ist unklar; Starspielerin Michelle Heyman kritisierte die APL kürzlich für fehlende Transparenz. Rosich berichtet von „positiven“ Gesprächen mit der ACT-Regierung für mehr Unterstützung und starkem Interesse, nicht nur die Frauenlizenz zu halten, sondern auch ein Männerteam aufzunehmen.
- Western United: Der Klub ist nach finanziellen Schwierigkeiten weiterhin offiziell ruhendgestellt. Da der Spielplan bis Juni fix sein muss, laufen Gespräche über den Status „kurzfristig“.
- Kollektivvertrag: Ein neuer Kollektivvertrag mit den Spielern ist überfällig. APL-Chef Stephen Conroy sprach zuvor von einer „harten Obergrenze“ für Klubausgaben ab nächstem Jahr, Rosich mildert ab: Es komme zu einer „Änderung der Parameter bei der Gehaltsobergrenze“, und er hofft auf Klärung innerhalb einer Woche, um Klubs Sicherheit für Verträge im Mai zu geben.
Kernpunkte aus Rosichs Vision
- Zuschauerwachstum hat höchste Priorität, mit Fokus auf bezahlbare ligaweite Ticketaktionen für große Rivalitätsspiele.
- Mehrere große außersportliche Themen müssen schnell geklärt werden, darunter Übertragungsdeal, Zukunft von Central Coast Mariners, Canberra United und Western United sowie neuer Spieler-Kollektivvertrag.
- Die Stärken der Liga sind die doppelte Männer-/Frauenstruktur, die lange Saison und die leidenschaftliche, tribale Fanbase, die Rosich zum dritten großen Sport Australiens machen können.
- Streaming-Verbrauch steigt stark (15 % mehr), Interesse bleibt also hoch, auch wenn Stadien leerer werden.
- Die Finalrunde in einem WM-Jahr ist der Schlüssel, um Spannung und Tribalismus des Fußballs zu zeigen.
Rosich startet zur rechten Zeit. Die A-Leagues haben leidenschaftliche Fans und einzigartige Struktur, doch Zuschauerrückgang umkehren und Klubs stabilisieren sind erste Schritte zu seiner Vision, ein Eckpfeiler des australischen Sports zu werden.
— Editorial Team