# Celtics Schrecken verpufft schnell, warnt Vereinslegende
Der ehemalige Celtic-Stürmer Frank McAvennie hat eine deutliche Einschätzung zum aktuellen Zustand des Vereins abgegeben, behauptet, dass Rivalen sie nicht mehr fürchten, und warnt, dass sie nächstes Jahr in der Conference League landen könnten.
Celtic liegt Dritter in der Scottish Premiership mit nur noch fünf Spielen, drei Punkte hinter dem Tabellenführer Hearts. Das ist ein steiler Rückschritt für ein Team, das das heimische Fußballgeschehen über ein Jahrzehnt dominiert hat – 13 der letzten 14 Meisterschaften gewonnen –, aber jetzt auf mehreren Fronten angreifbar wirkt. Sie haben bereits zwei Pokalfinals in dieser Saison verloren, gegen Aberdeen und St Mirren, und treffen am Sonntag im Scottish-Cup-Halbfinale wieder auf die Buddies in Hampden.
Das Ende einer Aura
McAvennie, der für Celtic und St Mirren gespielt hat, hat kein Blatt vor den Mund genommen: „Niemand hat mehr Angst vor Celtic – das ist das größte Problem.“ Er wies darauf hin, dass Teams Spiele gegen Celtic jetzt selbstbewusst angehen statt mit Vorsicht, ein krasser Umschwung vom früheren Einschüchterungsfaktor des Klubs.
Er erinnerte sich, wie vor etwas über einem Jahr Celtic Bayern Munich in der Champions League zu einem Unentschieden gezwungen hatte – eine Leistung, die Weltklassepotenzial signalisierte. Heute, sagt er, ist das Team „nicht mehr die größte Show in der Stadt“. Der rasante Abstieg hat selbst langjährige Anhänger verblüfft, besonders jüngere Fans, die Celtic nur als Seriensieger kennen.
Druck auf die Routinierten wächst
Auch gestandene Spieler wie Callum McGregor und Kieran Tierney – die unzählige Trophäen gehoben haben – spüren einen Druck wie nie zuvor. Laut McAvennie sind sie es gewohnt, Saisons als Meister abzuschließen, nicht von hinten nachzujagen als das, was er „das drittbeste Team Schottlands“ nennt.
Die Einsätze könnten nicht höher sein. Ein Platz unter den ersten beiden würde Celtic im Rennen um die Champions-League-Qualifikation halten. Der Scottish-Cup-Sieg würde einen Europa-League-Platz über die dritte Qualifikationsrunde sichern. Aber wenn sie Dritter werden und den Pokal verlieren, rutschen sie in die Conference League ab – ein Szenario, das McAvennie für absolut realistisch hält.
Was ist schiefgelaufen?
McAvennie macht keinem einzelnen Problem die alleinige Schuld, hebt aber Instabilität als Schlüsselfaktor hervor. Celtic hat in dieser Saison allein schon drei Trainer durchlaufen – eine ungewöhnliche Turbulenz für einen Verein, der stabile Führung gewohnt ist. Der Zusammenhalt auf dem Platz wirkt zerbrochen, und die mentale Widerstandskraft scheint abgebaut.
Diese deutlichen Anzeichen sprechen Bände:
- Zwei nationale Pokalfinals in Folge verloren, zum ersten Mal seit Langem
- Derzeit außerhalb der automatischen Europa-Plätze
- Mühe, zurückzuliegen zu kontern – etwas, das frühere Celtic-Teams selten zugelassen haben
- Halbfinale gegen ein Team, dem sie in dieser Saison schon unterlegen sind
Wichtige Erkenntnisse
- Celtics psychologischer Vorsprung gegenüber heimischen Rivalen ist verpufft
- Dritter Platz plus Pokalaus = Conference-League-Fußball
- Routinierte Führungsspieler unter beispiellosem Druck
- Trainerinstabilität hat die Teamidentität gestört
- Sonntags-Halbfinale gegen St Mirren jetzt ein Muss, um Europahoffnungen zu retten
McAvennies Warnung ist nicht nur Nostalgie – sie spiegelt echten, messbaren Verfall wider. Für einen Verein, der auf Dominanz stolz ist, sagt allein die Idee, dass eine Niederlage gegen St Mirren „keine Überraschung wäre“, alles. Ob Celtic rechtzeitig seinen Elan wiederfindet, ist die große Frage über Parkhead.
— Editorial Team