# Laurens rechnet mit Slots Liverpool-Aufstellung nach PSG-Niederlage ab
Julien Laurens hat nach Liverpools Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain nicht hinter dem Berg gehalten. Der französische Fußballjournalist nannte Trainer Arne Slots Entscheidung, Alexander Isak – der seit Dezember kein volles Spiel mehr bestritten hatte – von Anfang an aufzulaufen zu lassen, „völligen Blödsinn“.
Slot ließ Mohamed Salah erneut auf der Bank, genau wie im Hinspiel, und holte ihn erst früh wegen einer Verletzung von Hugo Ekitike. Da kämpfte Liverpool bereits vergeblich um relevante Chancen. Die Reds wechselten in der Halbzeit doppelt, Isak gegen Cody Gakpo und Jeremie Frimpong gegen Joe Gomez, was im zweiten Durchgang zu besserem Spiel führte. Doch es war zu wenig und zu spät.
Warum die Aufstellung für Stirnrunzeln sorgte
Isaks Startaufstellung verblüffte Analysten und Ex-Spieler gleichermaßen. Laut Laurens wirkte der Stürmer völlig unvorbereitet: „Er gab zwei Pässe und berührte den Ball fünfmal. Sie haben in der ersten Halbzeit mit 10 Mann gespielt.“
Der ehemalige Liverpool-Verteidiger Stephen Warnock pflichtete bei und wies auf Isaks schwache Leistung hin, schon in den Heimspielen davor. „Gegen PSG war er nicht existent. Gakpo hat in fünf Minuten mehr gebracht als Isak in der ganzen ersten Halbzeit“, sagte Warnock.
Die Zahlen bestätigen das. Liverpool hatte in den ersten 45 Minuten nur vier Schüsse, nach der Pause dann 17 – doch keine Chance nutzen. PSG traf zweimal vor der Pause und musste danach kaum noch Druck machen.
Taktische Fehltritte oder tiefere Probleme?
Es ging nicht nur um einen Spieler. Slots wiederholte Zurückhaltung, Salah in entscheidenden Europapokalspielen von Beginn an zu stellen, ist ein Dauerthema. In beiden PSG-Duellen begann Salah auf der Bank, obwohl er Liverpools bester Torschütze und konstanteste Angriffsgefahr der Saison ist.
Laurens betonte, das Team habe von Minute eins Energie und Schärfe gebraucht – vor allem auf Anfield, wo die Fankurve eine echte Waffe ist. Stattdessen überließ der vorsichtige Ansatz PSG früh die Kontrolle und zwang Liverpool in die Aufholjagd.
Wichtige Kritikpunkte der Experten:
- Fitness vs. Glaube: Einen Spieler ohne Spielpraxis in einem Muss-Sieg-K.o.-Spiel starten.
- Form ignorieren: Salah trotz Top-Form außen vor lassen, obwohl er die Spitze führen sollte.
- Reaktiv statt proaktiv: Wichtige Wechsel erst in der Pause statt vom Anpfiff den Ton anzugeben.
Was das für Liverpools Zukunft bedeutet
Die Niederlage beendet Liverpools Champions-League-Run früher als gedacht und setzt Slot in seiner ersten vollen Saison extra unter Druck. Zweifel an seinen Wechselentscheidungen im Spiel und ob er die Anforderungen der europäischen Elite wirklich packt, mehren sich.
Fans fragen sich auch, ob die Verletzungskrise – besonders im Angriff – optimal gemanagt wird. Mit vielen Schlüsselstürmern monatelang ausgeschieden birgt der Einsatz von Randfiguren oder Rückkehrern in Schlüsselmomenten Risiken.
Trotzdem: Liverpool kämpfte in der zweiten Halbzeit mit Biss. Hätten sie so gestartet, wäre das Ergebnis anders ausgefallen. Aber Fußball belohnt selten die „Was-wäre-wenn“-Szenarien.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Arne Slots Start von Alexander Isak statt Mohamed Salah zog massive Kritik von Experten nach sich.
- Isak zeigte deutliche Mängel an Spielpraxis und lieferte in der ersten Halbzeit fast nichts.
- Liverpools Zweit-Halbzeit-Offensive kam nach passiven ersten 45 Minuten zu spät.
- Taktische Entscheidungen in beiden Spielen deuten auf ein Muster zu vorsichtiger Aufstellungen in großen Matches hin.
- Die Pleite wirft allgemeine Fragen zu Slots Einsatzbereitschaft an hohen europäischen Hürden auf.
— Editorial Team