Vorschau auf das Viertelfinale Kanada gegen USA bei der Eishockey-Weltmeisterschaft
Heute finden bei der Eishockey-Weltmeisterschaft die entscheidenden Viertelfinalspiele statt. Das Hauptduell des Tages ist eine klassische Rivalität – das Aufeinandertreffen der kanadischen und US-amerikanischen Nationalmannschaften. Ebenfalls im Fokus steht das Spiel zwischen den unerwarteten Favoriten des Turniers – Norwegen und Lettland.
Eishockey-Weltmeisterschaft: Viertelfinaltag in der Schweiz
Hauptereignis
Heute, am 28. Mai 2026, findet in der Schweiz der entscheidende Tag der Eishockey-Weltmeisterschaft statt – vier Viertelfinalspiele, die die Halbfinalisten ermitteln. Das Highlight des Tages ist das hitzige nordamerikanische Derby: In Freiburg, Schweiz, in der BCF Arena treffen die kanadische und die US-amerikanische Nationalmannschaft aufeinander.
Diese Rivalität hat besonderes Gewicht: Vor nur drei Monaten besiegten die Amerikaner die Kanadier bei den Olympischen Spielen in Mailand mit 2:1 im Finale und verwehrten den Ahornblättern Gold. Jetzt hat Kanada die Chance auf Revanche – wenn auch bei einem weniger stark besetzten Turnier, da beide Teams nicht in ihrer stärksten Aufstellung in die Schweiz gereist sind. Der einzige Olympiateilnehmer des Finales von Milano 2026 im US-Kader ist Matthew Tkachuk.
Das zweitintensivste Spiel verspricht in Freiburg zwischen Norwegen und Lettland zu werden – ein Treffen zweier Teams, die bereits alle Erwartungen übertroffen haben und nun um das Recht kämpfen, erstmals in ihrer Geschichte ins Halbfinale einzuziehen (für Lettland könnte dies den Bronzenerfolg von 2023 wiederholen).
Details und Statistiken: Wie die Teams die Playoffs erreichten
Kanada zog als Sieger der Gruppe B mit einer perfekten Bilanz von 6-1-0-0 ins Viertelfinale ein. Im letzten Gruppenspiel drehten die Kanadier einen Rückstand gegen Tschechien, lagen im zweiten Drittel 0:2 zurück, holten aber dank eines Doppelpacks des 19-jährigen Wunderkinds Macklin Celebrini und eines Siegtores von John Tavares einen 3:2-Sieg. Celebrini ist derzeit der zweitbeste Scorer des Turniers mit 11 Punkten (5 Tore + 6 Vorlagen), während Sidney Crosby mit 9 Vorlagen die Führung in der Vorlagenwertung teilt.
USA hingegen kämpfte um den Einzug in die Playoffs. Die Amerikaner belegten den vierten Platz in der Gruppe A mit drei Siegen und drei Niederlagen. Das entscheidende Spiel war das letzte gegen Österreich (4:1), bei dem Don Granatos Team ums Überleben spielte. Die Hauptwaffe der Amerikaner ist das beste Powerplay des Turniers: 7 Tore bei 20 Versuchen (35 % Effizienz).
Was Lettland betrifft, belegte es den dritten Platz in der Gruppe A, besiegte Deutschland (2:0), USA (4:2), Großbritannien (6:0) und deklassierte Ungarn (8:1). Allerdings gab es auch schmerzhafte Niederlagen – gegen Österreich (1:3) und Finnland (1:7). Mannschaftskapitän Rudolfs Balcers wurde zum Topscorer der Gruppenphase, und der 17-jährige Olivers Murnieks ist der jüngste Spieler in der Geschichte der lettischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Lettland muss zudem auf eine ganze Reihe von NHL-Schlüsselspielern verzichten – Zemgus Girgensons, Teodors Blugers und Elvis Merzlikins.
Norwegen ist die wahre Sensation des Turniers. Das Team erreichte erstmals seit 14 Jahren die Playoffs der Weltmeisterschaft und belegte den zweiten Platz in der Gruppe B mit fünf Siegen. Die Norweger besiegten Schweden (3:2), Tschechien (4:1), zwangen Kanada in die Verlängerung (5:6) und deklassierten Slowenien und Italien (beide 4:0). Der 18-jährige Tinus Lucas Koblar ist mit fünf Toren zu einer der Entdeckungen des Turniers geworden.
Kontext und Bedeutung: Historische Meilensteine auf dem Spiel
Für Kanada ist das Viertelfinale gegen die USA nicht nur ein Nachbarschaftsduell, sondern eine Chance, sich für die Olympianiederlage zu revanchieren. Bei Weltmeisterschaften umfasst die Geschichte der Begegnungen 48 Spiele, von denen Kanada 42 gewonnen hat. In den Playoffs trafen diese Teams zweimal aufeinander: 1995 gewann Kanada mit 4:1, und 2001 setzten sich die USA in der Verlängerung mit 4:3 durch. Kanada ist zudem der amtierende Vizeweltmeister nach dem letztjährigen Finale, in dem es gegen die USA mit 2:5 verlor.
Für Lettland würde der Einzug ins Halbfinale den historischen Erfolg von 2023 wiederholen, als das Team sensationell Bronze gewann und einen Nationalfeiertag auslöste. Der Held damals war Torwart Arturs Silovs, doch beim aktuellen Turnier fehlt er verletzungsbedingt.
Norwegen erlebt ein Eishockey-Revival. Noch vor drei Jahren war der Verband mit Millionenschulden belastet, und die Nationalmannschaft steckte in der Krise. Jetzt sprechen die Norweger offen von einer „goldenen Generation“ und träumen von ihrem ersten Halbfinale. Der ehemalige Nationalspieler Ole Eskild Dahlstrøm erklärte unverblümt: „Lettland ist Norwegens beste Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Es wird ein 50-50-Spiel.“
Wie es weitergeht
Die heutigen Viertelfinalspiele finden gleichzeitig in zwei Arenen statt. In Freiburg begann um 16:20 Uhr Ortszeit (17:20 Uhr Moskauer Zeit) das Spiel Kanada-USA. Um 21:20 Uhr Moskauer Zeit beginnt dort das Spiel Norwegen-Lettland. In Zürich spielen zur gleichen Zeit Finnland gegen Tschechien und die Schweiz gegen Schweden.
Die Halbfinals finden am 30. Mai in der Swiss Life Arena in Zürich statt, während das Finale und das Spiel um Bronze am 31. Mai ausgetragen werden.
Redaktionelle Prognose
Im Spiel Kanada-USA sieht Kanada wie der Favorit aus. Die Kanadier haben eine ausgewogenere Aufstellung, sind im Unterzahlspiel perfekt (88,9 % Effizienz) und nehmen selten Strafen. Die USA hingegen haben Positionsschwächen in der Abwehr und wirkten in einigen Gruppenspielen verunsichert. Allerdings können der Matthew-Tkachuk-Faktor und das beste Powerplay jedes Spiel drehen. Die Kanadier sind nach den Olympischen Spielen hungrig auf Revanche – und sie haben alle Mittel, um dies zu erreichen.
Im Spiel Norwegen-Lettland sprechen Experten von einer 50-50-Chance. Beide Teams spielen ihr bestes Eishockey der letzten Jahre. Der Schlüsselfaktor wird die Erfahrung sein: Lettland hat Playoff-Erfahrung aus dem Jahr 2023, während Norwegen seit 14 Jahren erstmals wieder K.-o.-Spiele bestreitet. Der psychologische Vorteil könnte entscheidend sein, aber Norwegens Angriffsstärke (5 Tore des 18-jährigen Koblar) schreckt jeden Gegner ab.
— Editorial Team