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Liverpool-Taktik nach Champions-League-Niederlage gegen PSG kritisiert

Liverpools 2:0-Champions-League-Viertelfinalniederlage gegen PSG wurde massiv kritisiert, mit Fokus auf Trainer Arne Slots Einsatz einer Fünferkette. Experten beschrieben die Leistung als schändlich, obwohl das Duell für das Rückspiel in Anfield noch offen ist.

Liverpools Leistung gegen PSG löst taktische Debatte aus
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# Liverpools Defensivansatz nach Champions-League-Niederlage gegen PSG scharf kritisiert

Die Leistung von Liverpool im Champions-League-Viertelfinale in Paris hat heftige Kritik ausgelöst, die sich vor allem gegen die taktischen Entscheidungen des Trainers Arne Slot richtet. Die amtierenden Premier-League-Meister unterlagen Paris Saint-Germain mit 0:2, als Desire Doue und Khvicha Kvaratskhelia die Tore zum Sieg erzielten. Viele Beobachter meinten, das Ergebnis schmeichle Liverpool noch, da die Franzosen sie klar dominiert hatten.

Der Kern des Streits dreht sich um Liverpools Defensivaufstellung. Erstmals in einem Champions-League- oder Premier-League-Spiel seit Dezember 2017 setzte Slot auf eine Fünferkette. Dieser konservative Ansatz wurde als Haltung eines Teams interpretiert, das "nur darauf wartete, geschlagen zu werden", statt aktiv zu kämpfen. Die Formation wich stark von Liverpools üblicher offensiver Identität ab.

Reaktionen von Experten und Ex-Spielern

Der ehemalige Liverpool-Verteidiger Jamie Carragher war in seiner Analyse besonders scharf. Er fokussierte sich auf Kapitän Virgil van Dijk und sagte, der niederländische Verteidiger habe im ungewohnten System "extrem unwohl" gewirkt. Carragher kritisierte zudem die Leistungen von Florian Wirtz und zwei weiteren Teamkollegen und meinte, sie hätten sich nicht an den taktischen Plan angepasst.

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In der Radiosendung talkSPORT gab es eine hitzige Debatte. Moderator Jason Cundy, ein Ex-Chelsea-Spieler, bezeichnete die Vorstellung als "schändlich" und "erbärmlich". Er konnte Liverpools Ansatz nicht fassen und nannte ihn eine "absolute Schande" für einen Verein, der als "europäischer Adel" gilt. Cundy verglich es mit Chelseas kürzlicher hoher Gesamtniederlage gegen PSG und betonte, sein alter Club habe zumindest "irgendwie gekämpft".

Co-Moderator Jamie O'Hara stimmte zu und nannte die Fünferkette eine "kündigenswerte Beleidigung". Er warf Slot vor, gegen PSG nur auf ein Unentschieden gehofft und selbst nach dem 0:1-Rückstand nichts geändert zu haben. Beide Experten meinten, Liverpool habe Glück gehabt, nur 0:2 zu verlieren und noch im Rennen zu sein – PSG hätte deutlich höher gewinnen müssen.

Slots Erklärung und Begründung

In seinen Nachspiel-Ausführungen versuchte Arne Slot, seine Überlegungen zu erläutern. Er hob die außergewöhnliche Schnelligkeit von PSG über das ganze Feld hervor, namentlich die offensive Gefahr der Außenverteidiger Achraf Hakimi und Nuno Mendes. Slot erklärte, Jeremie Frimpong und Milos Kerkez eingesetzt zu haben, um genau diese Geschwindigkeit zu kontern.

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Er gab zu, dass der Plan in der Ausführung gescheitert sei. Jedes Mal, wenn Liverpool hoch und aggressiv presste, wurden sie "zerpflückt". Slot räumte ein, PSG habe genug Chancen für mehr Tore gehabt und Liverpool habe Glück mit nur zwei Treffern. Er betonte den Vorteil, noch im Wettbewerb zu sein, und die Chance, PSG im Rückspiel nach Anfield zu holen.

Slot widersprach auch der Darstellung des Systems. Er argumentierte, dass traditionelle Flügelstürmer wie Rio Ngumoha oder Cody Gakpo ähnliche defensive Aufgaben gegen Hakimi und Mendes gehabt hätten. Die Aufstellung könne man auch als 4-3-3 mit defensiv ausgerichteten Spielern sehen, nicht als starre Fünferkette.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Spiel

  • Taktik vor Ergebnis: Die Kritik zielt weniger auf die 0:2-Niederlage selbst, sondern auf den passiven und untypischen taktischen Ansatz von Liverpool.
  • Historischer Kontext: Die Fünferkette war ein markanter Wechsel und brach ein Muster in Liverpools großen Spielen seit 2017.
  • Einzelne Schwächen: Schlüsselspieler wie Virgil van Dijk und Florian Wirtz kamen im neuen System nicht zurecht, was die Teamkohäsion beeinträchtigte.
  • Hoffnung im Rückspiel: Trotz der schwachen Leistung steht nur ein 0:2-Druck und Liverpool hat Chancen, das Duell vor heimischem Publikum umzudrehen – die Atmosphäre gilt als entscheidender Faktor.
  • Druck auf den Trainer: Die vehemente Reaktion setzt Arne Slot sofort unter Druck und rahmt seine Entscheidungen als potenziell "kündigenswert", obwohl das Team noch am Leben ist.

Ausblick auf Anfield

Das Fazit lautet: Liverpools Vorstellung war für einen Verein dieses Kalibers inakzeptabel. Dennoch ist das Duell nicht entschieden. Die 0:2-Niederlage macht ein Comeback auf Anfield theoretisch möglich, erfordert aber eine massive Leistungssteigerung und mentale Umstellung. Slots Erklärungen konnten die Kritiker nicht besänftigen, die den Ansatz für grundlegend fehlerhaft hielten. Das Rückspiel wird nun ein entscheidender Test für Slots Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit des Teams, unter Druck die offensive Identität wiederzufinden.

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— Editorial Team

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