Warum Chris Sutton glaubt, dass Celtic die Scottish Premiership trotz Titeljagd nicht gewinnen kann
Chris Sutton kauft Celtic die Titelchancen nicht ab – obwohl nur drei Punkte nach Tabellenführer Hearts trennen. Trotz eines kürzlichen Sieges gegen St Mirren und Martin O’Neill wieder als Trainer glaubt der ehemalige Celtic-Stürmer, dass dem Team die Mittelfeldenergie und Offensivpower fehlt, um alle fünf verbleibenden Post-Split-Spiele zu gewinnen.
Suttons Skepsis ist kein leeres Gerede. Er weist auf echte Probleme hin: schwache Leistungen nach der Pause, fehlende Dominanz zu Hause und die Unfähigkeit, Hearts oder Rangers diese Saison zu schlagen. Selbst bei Siegen wirkt Celtic wackelig – mit späten Toren durchmogelt und erstem Mal ohne Gegentor in neun Ligaspielen gegen ein Team im Abstiegskampf.
Die Zahlen hinter den Zweifeln
Celtic’s Statistiken zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Beim Sieg gegen St Mirren kamen sie nur auf 0,94 expected goals (xG) aus sieben Schüssen – nur drei davon aus dem Strafraum. Schlimmer noch: Sie hatten weniger Ballkontakte im gegnerischen Strafraum als St Mirren, die in der zweiten Hälfte 53 % Ballbesitz hatten. So spielen keine Titelanwärter.
Auch die Defensive hilft nicht weiter. Bereits acht Ligasiegeln in dieser Saison – mehr als Hearts (5) und Rangers (2) zusammen. Und obwohl der Torverhältnis nicht alles entscheidet, liegt Celtic sechs Tore hinter Hearts und elf hinter Rangers zurück, was jeden Punktverlust potenziell tödlich macht.
Wichtige Leistungstrends, die Alarm schlagen:
- Keine Siege gegen die Top-2-Teams Hearts oder Rangers in der Liga
- Nur ein Mal ohne Gegentor in den letzten neun Premiership-Spielen
- Dauernd unterlegen beim Ballbesitz in Schlüssel-Heimspielen (z. B. Motherwell mit 60 % in der ersten Hälfte)
- Abhängigkeit von Nachspielzeit-Treffern gegen Mittelfeldteams
- Fehlender verlässlicher Start-Stürmer die ganze Saison
Mittelfeldmüdigkeit und taktischer Verlust
Sutton rückt das Mittelfeld von Celtic als Kernproblem ins Visier. „Sie haben weder Schwung, Dynamik noch Ausdauer“, sagte er. Dieser Mangel an Intensität im zentralen Mittelfeld zeigt sich daran, wie Gegner nun Parkhead angehen – nicht mit Respekt, sondern mit Selbstbewusstsein.
Teams wie St Mirren und Motherwell parken nicht nur tief; sie bestimmen das Tempo, spielen den Ball durch Celtic’s Linien und legen Lücken zwischen Abwehr und Angriff frei. Gegen Hearts und Rangers – die beide nach dem Split nach Celtic Park kommen – könnten diese Schwächen gnadenlos ausgenutzt werden.
Martin O’Neills Rückkehr hat die Ergebnisse stabilisiert, aber nicht die Leistungen. Seine Interimszeit hat knappe Siege gebracht, doch die Grundprobleme sind ungelöst. Ohne bewährten Stürmer und ein auf Reserve laufendes Mittelfeld fehlt der Mannschaft die Feuerkraft, um in entscheidenden Momenten zu dominieren.
Realitätscheck im Titelrennen
Es stimmt: Keines der Top-3-Teams wirkt unbesiegbar. Hearts brauchte einen zähen Comeback gegen Motherwell. Rangers lagen 2:0 bei Falkirk zurück, bevor sie drehten. Diese Scottish-Premiership-Saison ist extrem unvorhersehbar – nur zweimal haben alle drei Titelanwärter am selben Wochenende gewonnen.
Doch Sutton sieht Celtics Schwächen als strukturell, nicht situativ. „Da gibt’s keinen Schalter, den man umlegt“, betont er. Im Gegensatz zu Hearts’ Widerstandsfähigkeit oder Rangers’ Breite sind Celtics Probleme – kein Elite-Stürmer, alterndes Mittelfeld, inkonsistente Abwehr – fest in der aktuellen Konstellation verankert.
Selbst bei Siegen in allen Restspielen ist kein Puffer vorhanden. Ein Ausrutscher, und der Titel ist weg. Und angesichts der jüngsten Form gegen starke Gegner wirkt dieser Ausrutscher wahrscheinlicher als ein Durchmarsch.
Wichtige Erkenntnisse
- Celtic nur drei Punkte vom Spitzenplatz entfernt, aber ohne überzeugende Leistungen – Siege waren knapp und oft spät.
- Mittelfeldenergiemangel ist ein Dauerbrenner, der sogar Mittelfeldteams erlaubt, in Parkhead zu dominieren.
- Keine Siege gegen Hearts oder Rangers diese Saison untergraben ihre Glaubwürdigkeit als Titelanwärter.
- Torverhältnis deutlich im Rückstand, Celtic muss alles gewinnen und auf Fehltritte der Rivalen hoffen.
- Suttons Kritik zielt auf Nachhaltigkeit, nicht nur Ergebnisse – er zweifelt an den physischen und taktischen Mitteln, um stark zu finishen.
Während Celtic rechentechnisch noch im Rennen ist, spiegeln Suttons Bedenken eine tiefere Wahrheit wider: Wie Champions auszusehen erfordert mehr als Punkte. Es braucht Dominanz, Konstanz und Einschüchterung – Eigenschaften, die diese Celtic-Version in der Saison 2025–26 nicht durchgängig gezeigt hat.
— Editorial Team