Vegas zerlegt Anaheim 5:1 und zieht ins NHL-Halbfinale der Western Conference ein
Die Vegas Golden Knights besiegten die Anaheim Ducks in Spiel 6 ihrer Serie mit 5:1 (Dorofeev mit einem Doppelpack) und gewannen die Serie mit 4:2. Der nächste Gegner der Knights ist Colorado.
Hauptereignis
Die Vegas Golden Knights haben sich durch einen 5:1-Auswärtssieg gegen die Anaheim Ducks in Spiel 6 der zweiten Runde der Stanley-Cup-Playoffs für das Finale der Western Conference qualifiziert. Die Partie am 14. Mai 2026 im Honda Center vor ausverkauftem Haus endete mit einem überzeugenden Sieg der Gäste, die die Serie mit 4:2 für sich entschieden. Die Knights erreichten damit zum fünften Mal in der neunjährigen Franchise-Geschichte die dritte Playoff-Runde und festigten ihren Status als eines der erfolgreichsten Expansionsteams der Ligageschichte.
Details und Statistiken
Das Spiel war bereits im ersten Drittel entschieden, das Vegas mit 3:0 gewann. Der Star des ersten Abschnitts war Mitch Marner, der an allen drei Toren seines Teams beteiligt war. Nur 62 Sekunden nach dem ersten Bully eröffnete er den Torreigen, indem er einen langen Pass von William Karlsson annahm, Verteidiger Jackson LaCombe austanzte und die Scheibe zwischen den Beinen des Torwarts hindurchschob.
In der neunten Minute erzielte Brett Howden in Unterzahl nach einem Pass von Marner sein drittes Unterzahltor in diesen Playoffs. Damit stellte er den NHL-Rekord für die meisten Unterzahltore in einer einzigen Stanley-Cup-Playoff-Saison ein. 18 Sekunden vor Drittelende traf Shea Theodore im Powerplay und feuerte nach einem schnellen Bully-Spielzug das dritte Tor ab.
Im zweiten Drittel versuchte Anaheim durch Mikael Granlund zurück ins Spiel zu kommen, der in der 12:33-Minute mit einem Powerplay-Tor, unterstützt von Troy Terry, auf 1:3 verkürzte. Die Gastgeber konnten die Partie jedoch nicht drehen – Vegas-Goalie Carter Hart war fehlerlos und parierte insgesamt 31 Schüsse.
Der russische Stürmer Pavel Dorofeev machte im dritten Drittel mit einem Doppelpack den Deckel drauf. In der 2:43-Minute nutzte er einen Fehler von Ivan Barbashev in der Offensivzone aus, um die Führung auszubauen, und in der 13:21-Minute überwand er Lukas Dostal mit einem cleveren Schuss aus spitzem Winkel. Es war Dorofeevs zweiter Doppelpack in Folge – auch in Spiel 5 hatte er zwei Tore erzielt, darunter den Siegtreffer in der Verlängerung. Mit neun Toren führt der Russe die Torjägerliste der Playoffs an.
Marner verbuchte 18 Punkte (7 Tore, 11 Vorlagen) und führt weiterhin die Scorerliste der Playoffs an. Torwart Dostal parierte nur 16 von 21 Schüssen, was die ernsthaften Defensivprobleme Anaheims widerspiegelt, die angesichts der Verletzungen wichtiger Verteidiger besonders deutlich wurden.
Kontext und Bedeutung
Die Serie zwischen Vegas und Anaheim war dramatisch. Nach vier Spielen stand es 2:2, doch dann setzte sich die Erfahrung der Knights durch, die die letzten beiden Spiele mit einem Gesamtergebnis von 8:3 gewannen. Ein entscheidender Faktor war der Trainerwechsel während der Saison: Am 29. März ersetzte John Tortorella Bruce Cassidy, woraufhin das Team 15:5 spielte und die Pacific Division gewann.
Für Anaheim war diese Niederlage ein schmerzhafter, aber passender Abschluss der ersten Playoff-Teilnahme seit sieben Jahren. Das Team unter dem erfahrenen Trainer Joel Quenneville hatte eine vielversprechende Saison, aber es fehlte letztlich an Tiefe und Konstanz, um auf höchstem Niveau zu bestehen. Quenneville räumte nach dem Spiel Disziplinprobleme ein: „Wir haben die ganze Saison über zu viele schnelle Gegentore zu Beginn der Drittel kassiert.“
Besondere Erwähnung verdient der Beitrag der russischen Spieler zum Erfolg von Vegas. Neben Dorofeev und Barbashev ist erwähnenswert, dass die russischen Importe zusammen mit Marner maßgeblich die Offensivkraft des Teams in entscheidenden Spielen ausmachen.
Ausblick / Vorschau auf das nächste Spiel
Im Finale der Western Conference trifft Vegas auf die Gewinner der Presidents‘ Trophy, die Colorado Avalanche. Das Team aus Denver hat zwei Playoff-Runden dominiert: Zunächst fegten sie die Los Angeles Kings mit 4:0 aus der Serie, dann besiegten sie die Minnesota Wild in fünf Spielen (4:1). Colorados Playoff-Bilanz steht bei 8:1, die beste der Liga.
Spiel 1 der Serie findet am Mittwoch in Denver statt, wo Colorado Heimvorteil hat. In der regulären Saison hatte die Avalanche einen 26-Punkte-Vorsprung auf Vegas und gewann die Saisonserie mit 2:0-1.
Das einzige bisherige Playoff-Duell zwischen den Clubs gab es in der zweiten Runde 2021. Damals verlor Vegas die ersten beiden Spiele, gewann dann aber vier in Folge und zog weiter. Jetzt ist die Situation umgekehrt: Colorado ist der Favorit, aber die Knights werden erneut versuchen, das Drehbuch umzuschreiben. Vegas-Stürmer Jack Eichel sagte: „Sie waren das ganze Jahr über das beste Team der Liga. Wir wissen, dass dies unsere schwerste Herausforderung wird.“
Das Duell verspricht eines der spannendsten dieser Playoffs zu werden: Colorado setzt auf Offensivpower und eine 25-prozentige Powerplay-Effizienz in der Nachsaison, während Vegas auf Tiefe und disziplinierte Defensive setzt. Die Avalanche haben einen klaren Erholungsvorteil – sie haben in zwei Runden nur neun Spiele absolviert, Vegas dagegen zwölf. Doch die Knights haben immer wieder bewiesen, dass sie selbst in den schwierigsten Serien das Blatt wenden können.
— Editorial Team