# Osian Roberts: Der walisische Trainer hinter Europas Toptrainern
Osian Roberts mag kein bekannter Name sein, doch sein Einfluss durchzieht den modernen Fußball in die Tiefe. Er ist der walisische Trainer, der die Karrieren von Thierry Henry, Patrick Vieira, Mikel Arteta und Cesc Fabregas geprägt hat, als sie von Starspielern zu Trainern wurden. Seine Arbeit bei der Football Association of Wales und nun bei Como zeugt von einer Karriere, die auf der Förderung von Talenten auf dem Platz und auf der Bank aufbaut.
Roberts war technischer Direktor der FAW und leitete den Ausbildungsweg für Trainer. Zu dieser Zeit kamen zukünftige Trainerstars wie Henry, Vieira und Arteta ins Dragon Park in Newport, um unter seiner Anleitung ihre Trainerlizenzen zu erwerben. Diese Grundlage in Wales vermittelte ihnen das strukturelle Wissen und die Philosophie, die sie für den Einstieg in ihre Trainerkarrieren brauchten.
Von Wales nach Italien
Roberts’ eigener Trainerweg führte ihn von Wales zum Crystal Palace, wo er als Assistent von Patrick Vieira arbeitete. Sein Ruf für intelligente, fördernde Arbeit brachte ihm eine weitere prominente Empfehlung ein. Thierry Henry empfahl Roberts persönlich dem italienischen Klub Como, wo er im Dezember 2023 als interimistischer Trainer ernannt wurde.
Sein Einfluss war unmittelbar spürbar. Roberts führte Como in jener Saison in die Serie A auf, ein Meilenstein für den Klub. Nach dem Aufstieg zog er sich strategisch aus der Trainerrolle zurück und übergab die Zügel an seinen Assistenten Cesc Fabregas. Roberts blieb als Leiter der Entwicklung beim Klub und konzentrierte sich auf das langfristige Projekt.
Wichtige Elemente von Roberts’ Philosophie bei Como:
- Aufbau eines „Teams hinter dem Team“ mit starker, bescheidener Arbeitsethik.
- Entwicklung einer spezifischen Spielidee und eines einzigartigen Spielstils für Como.
- Schaffung eines spannenden, unterhaltsamen Produkts für Fans und Stadt.
- Fokus auf Entwicklung und Kontinuität statt kurzfristiger Ergebnisse.
Roberts lobt Fabregas’ Übergang ins Traineramt. Er hebt die natürliche Intelligenz, den Antrieb des ehemaligen Mittelfeldspielers und die Denkweise hervor, die dieser schon als Spieler entwickelt hat. Diese Weitsicht, schon während der Spielerkarriere eine Trainerlaufbahn zu planen, sieht Roberts als Schlüsselmerkmal erfolgreicher Übergänge von Spieler zu Trainer.
Das Como-Projekt unter Fabregas
Unter Fabregas hat das Como-Projekt aufgeblüht. Das Team liegt derzeit auf Platz 5 der Serie A, nur zwei Punkte hinter einem Champions-League-Platz bei noch fünf Spielen. Zudem steht eine historische Chance bevor: 90 Minuten vom ersten Coppa-Italia-Finale entfernt, im Halbfinal-Rückspiel gegen Inter Milan.
Roberts betont, dass Erfolg ein Gemeinschaftswerk ist. Er verweist auf die harte Arbeit und Bescheidenheit unter Fabregas’ Führung sowie die starke Unterstützungsstruktur um ihn herum. Für Roberts gibt es keinen einzigen „richtigen“ Weg, Fußball zu spielen; bei Como geht es darum, eine eigene Identität auf Basis von Fabregas’ Spielidee und Einfluss aufzubauen.
Roberts zieht einen direkten Vergleich zwischen Fabregas und Arsenal-Trainer Mikel Arteta und stellt sie in dieselbe Kategorie. Beide haben ihre Trainerkarrieren schon als aktive Spieler geplant und früh die nötige Einstellung kultiviert. Roberts merkt an, dass dieser Übergang außergewöhnlich anspruchsvoll ist und nach einer langen Spielerkarriere ein neues „Feuer im Bauch“ erfordert, das vielen Topspielern fehlt.
Artetas Titelrennen unter Druck beobachten
Mit Arsenal im spannungsgeladenen Premier-League-Titelrennen beobachtet Roberts, wie Arteta mit dem Druck umgeht. Er bewundert Artetas Auftreten und meint, dass jeder Trainer private Zweifel habe, Arteta aber durch Körpersprache und öffentliche Botschaften stets positive Signale sende.
Roberts sieht Artetas Stärke in seinen Pressekonferenzen, wo er bewusst von „Feuer, nicht Angst“ spreche – wissend, dass seine Spieler zuhören. Roberts bemerkt, dass der erste große Titel (wie die Premier League oder Champions League) oft der schwerste zu gewinnen ist, doch sein Erfolg kann Team und Trainer zu nachhaltigem Erfolg katapultieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Entwickler von Entwicklern: Osian Roberts’ Hauptimpact liegt in seiner Rolle als Mentor und Pädagoge für Elite-Spieler beim Übergang ins Traineramt.
- Der Como-Blueprint: Seine Arbeit bei Como zeigt ein Modell für Nachfolgeplanung und Klubaufbau mit Fokus auf einzigartige Identität und langfristige Entwicklung.
- Die Spieler-zu-Trainer-Einstellung: Roberts sieht die frühe Kultivierung einer Trainerdenkweise während der Spielerkarriere als entscheidend für den Erfolg.
- Philosophie statt Vorschriften: Er plädiert dafür, dass Klubs ihre eigene spezifische „Spielidee“ entwickeln, statt einen universellen Stil zu kopieren.
- Druckmanagement: Aus der Beobachtung von Arteta hebt Roberts die Bedeutung der äußeren Gelassenheit und positiven Botschaften in Hochdruckphasen hervor.
Roberts’ Karriere unterstreicht eine entscheidende, oft übersehene Rolle im Fußball: die Entwicklung von Trainern. Sein Einfluss auf eine Generation von Trainern zeigt, wie grundlegende Bildung und philosophische Anleitung das Spiel auf höchstem Niveau prägen können.
— Editorial Team