# Igor Jesus visiert WM-Platz für Brasilien durch Europa-League-Erfolg mit Forest
Nottingham-Forest-Stürmer Igor Jesus nutzt den diesjährigen Lauf in der Europa League als persönliches Vorspielen für einen Platz in Brasiliens Kader für die WM 2026. Der 25-jährige Angreifer, derzeit Torschützenkönig des Turniers mit sieben Toren, glaubt, dass starke Leistungen in Europa – vor allem gegen Elitemannschaften wie Porto – sein Ticket für das Sommerturnier in Nordamerika sichern könnten.
Jesus hat maßgeblich zu Forests überraschend tiefem Einzug in den Wettbewerb beigetragen, unter anderem mit Toren in entscheidenden K.o.-Spielen wie dem 3:0-Sieg gegen Fenerbahce. Während seine Premier-League-Bilanz bescheiden ausfällt (nur drei Tore im Ligabetrieb), hat seine europäische Form in der Heimat Brasilien Aufmerksamkeit erregt. Mit der WM in weniger als drei Monaten hat jede Partie nun doppeltes Gewicht.
Eine entscheidende Saison
Jesus stieß letzten Sommer für 10 Millionen £ von Botafogo zu Forest und avancierte schnell zum Schlüsselspieler in den europäischen Spielen. Seine 13 Tore in allen Wettbewerben wirken auf dem Papier nicht spektakulär, doch sieben davon fielen in der Europa League – mehr als bei jedem anderen Spieler in dieser Saison. Solch ein Impact in einem kontinentalen Wettbewerb ist genau das, was die Nationaltrainer im Blick haben.
Vor dem Hinspiel der Viertelfinals am Donnerstag im Estadio do Dragao von Porto machte Jesus klar: Er hat sowohl den Klub-Erfolg als auch die internationale Anerkennung im Visier. „Unter den Spielern zu sein, die zur WM fahren, wäre ein Traum“, sagte er. „Ich denke, ich habe die Qualitäten dafür, aber es hängt auch davon ab, was ich hier leiste.“
Seine Worte zeugen von ruhiger Zuversicht statt Prahlerei. Er betonte Teamwork und Vorbereitung und merkte an, dass individuelle Ehrungen nur zählen, wenn sie dem Kollektiv nutzen. Dennoch ist die Botschaft unmissverständlich – dies ist seine Chance, zu zeigen, dass er auf der größten Bühne des Fußballs hingehört.
Bekannte Gesichter im Duell
Der Gegner am Donnerstag sorgt für zusätzliche Spannung. Die Abwehr von Porto umfasst Thiago Silva, den erfahrenen brasilianischen Nationalspieler und Ex-Chelsea-Innenverteidiger. Für Jesus geht es nicht nur darum, einen Top-Verein aus Portugal zu schlagen – er will zeigen, dass er einen der Verteidigungslegenden seines eigenen Landes in Bedrängnis bringen kann.
„Ich freue mich riesig, Torschützenkönig zu sein“, sagte Jesus. „Wir wissen, dass es nicht leicht ist, da oben zu stehen. Ich arbeite immer hart und gebe alles, um dem Team zu helfen.“ Auf die Frage nach Silva blieb er fokussiert: „Er ist ein Top-Innenverteidiger, aber das ist mir egal. Ich will mein Bestes geben und dem Team helfen.“
Diese Einstellung – respektvoll, aber furchtlos – könnte ihm guttun, unabhängig davon, ob Forest weiterkommt. Selbst wenn die europäische Reise bald endet, könnten starke Momente gegen Qualitätsgegner wie Porto im Gedächtnis des Brasilien-Trainers Dorival Júnior haften bleiben.
Was das für seine WM-Chancen bedeutet
Die Angriffsoptionen von Brasilien sind weiterhin stark besetzt mit Namen wie Vinícius Júnior, Rodrygo, Endrick und Gabriel Jesus, die als sichere Kandidaten gelten. Doch Tiefe zählt, besonders bei einer zermürbenden WM in drei Gastgeberländern. Ein vielseitiger, formstarker Stürmer, der unter Druck glänzt – insbesondere im K.o.-Fußball – bietet echten Mehrwert von der Bank oder als taktische Alternative.
Jesus’ Fall hängt von Konstanz und entscheidenden Leistungen ab. Tore gegen Fenerbahce waren gut; es gegen Porto zu wiederholen, wäre noch besser. Und falls Forest irgendwie bis ins Halbfinale oder Finale vordringt, würde sein Wert explodieren.
Schlüsselfaktoren zu seinen Gunsten:
- Status als Torschützenkönig der Europa League verschafft ihm einen statistischen Vorteil gegenüber rein ligabasierten Spielern.
- Erfahrung in hochkarätigen Matches – essenziell für die WM-Vorbereitung.
- Perfektes Timing: Der Wettbewerb gipfelt nur Wochen vor Brasiliens finaler Kadernennung.
Potenzielle Hürden:
- Begrenzter Einfluss in der Premier League könnte Zweifel an der Anpassungsfähigkeit wecken.
- Erbitterter Wettbewerb in Brasiliens Sturmreihe.
- Verletzungsrisiko oder schwache Leistungen in den kommenden Spielen.
Wichtige Erkenntnisse
- Igor Jesus ist derzeit Torschützenkönig der UEFA Europa League 2025/26 mit sieben Toren.
- Er hat seine Klub-Leistungen explizit mit seinen Hoffnungen auf Brasiliens WM-Kader 2026 verknüpft.
- Nottingham Forest trifft in den Viertelfinals der Europa League auf Porto, wo Jesus auf Landsmann Thiago Silva trifft.
- Trotz nur drei Premier-League-Toren hat seine europäische Form sein Profil massiv gesteigert.
- Starke Leistungen in den nächsten beiden Spielen könnten über seine internationale Zukunft entscheiden.
Nichts ist garantiert, doch Jesus spielt mit einem Zweck jenseits des Klubehrenamts. Jeder Ballkontakt, jeder Lauf, jedes Tor dient nun einer doppelten Mission: Forest in Europa anzuführen und ein Flugticket zur WM zu ergattern. Für einen Spieler, der Botafogo für eine Chance in England verließ, ist dies der ultimative Bewährungsprozess.
Und ob er es in Brasiliens endgültigen Kader schafft oder nicht – sein Europa-League-Durchbruch hat bereits seinen Karriereweg neu geformt.
— Editorial Team