# De Zerbis rasche Korrekturen, um Spurs vor dem Abstieg zu retten
Roberto de Zerbi ist in den Hexenkessel gestiegen. Tottenham schwebt gefährlich nah an der Abstiegszone der Premier League, der italienische Trainer hat nicht den Luxus eines langen Neuaufbaus. Er braucht Ergebnisse – schnell. Glücklicherweise zeigen Daten, dass es ein paar klare Hebel gibt, die er sofort betätigen kann, um die Überlebenschancen der Spurs zu steigern, ohne alles über Nacht umzukrempeln.
Teure Fehler eliminieren
Tottenham teilt sich den letzten Platz in der Liga bei Fehlern, die direkt zu Toren führen – 12 in dieser Saison, genau wie bei Aston Villa. Noch schlimmer: Mit individuellen oder kollektiven Patzern haben sie ligaweit die meisten Chancen für Gegner geschaffen, 39. Das ist kein Pech; das ist ein Muster.
De Zerbis Herausforderung ist nicht nur taktisch – sie ist psychologisch. Seine Spieler müssen unter Druck wieder zur Ruhe kommen. Bei Brighton war sein Team nicht fehlerfrei (zweit-schlechtest bei torerzeugenden Fehlern in der Saison 2023–24), aber im Ballbesitz strukturierter. Wenn De Zerbi auch nur leicht bessere Entscheidungen in defensiven Übergängen einpflanzt, könnten die Spurs aufhören, Punkte zu verschenken.
Angriffswillen wiederbeleben
Erinnert ihr euch, als Tottenham mit Flair spielte? In dieser Saison haben sie nur 22 Steilpässe gespielt – am schlechtesten in der Premier League. Zum Vergleich: Manchester City haben 105 versucht. Sogar Wolves, die ihren eigenen Kampf ausfechten, haben 24 hingelegt.
Das Problem ist nicht mangelndes Talent – es ist Risikoscheu. Mit verletzten Schlüsselangreifern ist das Team übermäßig vorsichtig geworden. Aber De Zerbis Brighton lag 2023–24 auf Platz 10 bei Steilpässen (62 insgesamt) und zeigt, dass er seine Spieler zu entscheidenden Pässen ermutigt. Spurs müssen City nicht kopieren – ein oder zwei kühne Pässe mehr pro Spiel reichen, um Abwehrreihen zu dehnen und Lücken zu schaffen.
Tempo beim Konter einbringen
Gareth Bales Geist spukt noch in White Hart Lane – nicht als Last, sondern als Erinnerung daran, was Spurs früher am besten konnten: tödliche Konter. Doch in dieser Saison haben sie nur 14 schnelle Umschaltmomente gestartet, ligaweit Letzter.
Ironischerweise hatte De Zerbis Brighton hier auch Probleme, mit nur 10 schnellen Umschaltmomenten in seiner letzten Saison – die wenigsten in der Liga. Das ist also nicht unbedingt seine Stärke. Aber bei Tottenham steckt Potenzial in der aktuellen Besetzung (denkt an Brennan Johnson, James Maddison, wenn fit, oder Son Heung-min, der zurückfällt und vorprescht). Schon eine leichte Verbesserung könnte gegen tief stehende Teams entscheidende Tore bringen.
Bei Standardsituationen doppelt zulangen
Mitten im Trübsal gibt es einen Lichtblick: Ecken. Tottenham hat diese Saison 14 Tore aus Ecken erzielt – nur hinter Arsenals 16. Welche Trainingsmethode oder Ausführung auch immer Ange Postecoglou etabliert hat, sie funktioniert, und De Zerbi wäre töricht, daran zu rühren.
Sein Brighton schaffte letztes Jahr nur sieben Ecktoren, das ist also ein echtes Upgrade, das er übernimmt. Diese Stärke zu halten, könnte in engen Spielen den Unterschied zwischen Remis und Sieg machen – oder Niederlage und einem geklauten Punkt.
Schlüsselfelder, die De Zerbi angehen muss:
- Defensive Disziplin: Ungezwungene Fehler reduzieren, die Gegnern Torchancen schenken.
- Angriffswillen: Mehr vertikale Pässe und Steilpässe fördern, um Niedrigblock zu knacken.
- Umschalttempo: Vorhandenes Tempo für Konter nutzen, auch wenn es nicht sein Markenzeichen ist.
- Standardsicherheit: Eckenschema beibehalten – es ist schon eine Top-Waffe.
Abschließende Gedanken
De Zerbi verwandelt Tottenham nicht über Nacht in eine ballbesitzstarke Maschine wie bei Shakhtar oder Brighton. Die Zeit reicht dafür nicht. Aber das muss er auch nicht. Das Überleben hängt von marginalen Gewinnen ab: Weniger Fehler, etwas kühnerer Angriff und Nutzung bestehender Stärken wie Standards.
Wenn Spurs hinten abdichten und im letzten Drittel etwas mehr Kreativität zeigen, könnten diese Feinheiten sie in der Premier League halten. Und das verschafft De Zerbi den Sommer, um etwas Nachhaltiges aufzubauen.
Wichtige Erkenntnisse
- Tottenhams größtes Problem ist selbstverschuldet: 39 fehlerbedingte Gegnerchancen, ligaweit am meisten.
- Ihr Angriff ist passiv – nur 22 Steilpässe die ganze Saison – mehr Risiko gefordert.
- Schnelle Umschaltmomente fehlen fast komplett (14 insgesamt), aber Tempo ist im Kader.
- Eckenausführungen sind Weltklasse (14 Tore) – das muss unter De Zerbi so bleiben.
- Schnelle Erfolge brauchen keine Revolution – nur klügere Umsetzung in vier Schlüsselfeldern.
— Editorial Team