# Walsall-Star Kanu fordert Wiedergutmachung nach Cheltenham-Debakel
Die Playoff-Träume von Walsall sind so gut wie passé nach einer demütigenden 4:0-Heimniederlage gegen Cheltenham Town, und Stürmer Daniel Kanu schont niemanden. Der 21-Jährige nannte die Leistung „beschämend“ und insistierte darauf, dass das Team dies als Ansporn nutzen müsse, um die League-Two-Saison mit Stolz abzuschließen.
Trotz eines Vorsprungs von vier Punkten an der Spitze noch im Dezember liegen die Saddlers nun sieben Punkte hinter den Play-off-Plätzen zurück, mit nur noch drei Spielen vor sich. Selbst bei Siegen in allen Restspielen bräuchten sie mehrere günstige Ergebnisse aus anderen Partien – ein nahezu unmögliches Szenario. Cheftrainer Darren Byfield bezeichnete es als die schlechteste Vorstellung unter seiner kurzen Amtszeit, die im März begann.
Ein Kollaps, der jeder Logik widersprach
Was die Niederlage noch bitterer machte, war ihr Verlauf. Die erste Halbzeit endete torlos und weckte Hoffnungen, dass Walsall ein Ergebnis herausholen könnte. Doch die zweite Hälfte wurde zum Albtraum. Abwehrlöcher, miserable Übergänge und totale Lustlosigkeit ließen Cheltenham wüten.
Kanu, der von Charlton Athletic ausgeliehen ist, kam dem Führungstor am nächsten, als sein abgefälschter Schuss die Latte traf. Abgesehen davon bot Walsall kaum Gefahr. Nach dem Spiel rang Kanu um Erklärungen, wies aber auf grundlegende Probleme hin:
- Fehlende Defensivdisziplin (Laufenlassen von Läufern)
- Schlechte Laufarbeit ohne Ball
- Missachtung der taktischen Vorgaben des Trainers
„Es ist schwer, den Finger auf eine Sache zu legen“, gab er zu. „Aber so eine Heimniederlage vor den eigenen Fans ist inakzeptabel.“
Die emotionale Last einer weiteren verpassten Chance
Das ist nicht nur ein weiteres enttäuschendes Ergebnis – es ist die Wiederholung des Herzschmerzes von letzter Saison. Walsall erreichte das Playoff-Finale der League Two 2025, nur um knapp zu scheitern. Viele der gleichen Spieler sind noch da, was diesen Kollaps wie ein Déjà-vu wirken lässt.
Kanu, der in dieser Saison 18 Tore erzielt hat, erkannte die emotionale Belastung an: „Nach dem, was die Jungs letztes Jahr durchgemacht haben, wieder in dieser Lage zu sein… Ich fühle mit allen – den Spielern, dem Stab, den Fans. Wir gehören nicht hierher.“
Seine Botschaft ist klar: Vergesst die Play-offs, konzentriert euch auf Würde. Drei Siege am Schluss retten keinen Aufstieg, aber sie könnten den Glauben für die nächste Saison wiederherstellen.
Mit Ziel abschließen, nicht in Panik
Kanu betonte, dass das Team nicht das weiße Tuch wirft. Stattdessen mache es die Cheltenham-Niederlage zu „Treibstoff“. Seine Worte: „Wir sorgen dafür, dass die Saison so endet, dass die Fans stolz sein können – und hoffnungsvoll in die nächste Saison blicken.“
Das bedeutet:
- Sofortiger Wiederaufbau der Defensivstruktur
- Wiederherstellung der Intensität im Training
- Vorstellungen, die den Standards des Vereins entsprechen
Auch ohne Playoff-Druck zählt jedes Restspiel für die Moral, den Teamzusammenhalt und das Vertrauen der Fans.
Wichtigste Erkenntnisse
- Walsalls Playoff-Hoffnungen sind mathematisch noch lebendig, realistisch aber tot nach der 4:0-Heimniederlage gegen Cheltenham.
- Daniel Kanu nannte die Leistung „beschämend“ und führte schlechte Laufarbeit und taktische Missverständnisse als Kernprobleme an.
- Der Verein trägt emotionale Narben von zwei aufeinanderfolgenden Spätsaison-Kollapsen – die Playoff-Finalniederlage 2025 und nun der Ausstieg 2026.
- Trotz ausbleibendem Aufstieg will das Team stark abschließen, um Selbstvertrauen für die nächste Saison aufzubauen.
- Kanus 18-Tore-Saison bleibt ein Lichtblick, doch nun steht kollektive Verantwortung im Vordergrund.
Der Traum ist ausgeträumt, doch Walsalls Reaktion in den letzten drei Spielen wird viel über ihren Charakter aussagen – und ob sie wirklich bereit für den Aufstiegsangriff nächstes Jahr sind.
— Editorial Team