# Premier-League-Vereine frustriert über steigende Kosten des neuen Fußballregulators
Premier-League-Vereine werden zunehmend ungeduldig mit der finanziellen Unsicherheit rund um den neuen Independent Football Regulator (IFR). Ihre Hauptbesorgnis ist die fehlende Klarheit darüber, wie viel sie letztlich zahlen müssen, um dessen Betrieb zu finanzieren – die Kosten sollen deutlich über den anfänglichen Schätzungen liegen.
Die Vereine haben den Regulator wiederholt nach einem Update zum Budget gefragt, erhielten aber nur knappe Auskünfte. Diese Unruhe steigerte sich letzte Woche, als der IFR mitteilte, die renommierte – und teure – US-Managementberatung Boston Consulting Group engagiert zu haben, um bei der Arbeit zu unterstützen.
Die finanzielle Belastung für die Vereine
Der IFR wird derzeit von der britischen Regierung finanziert, doch diese Zuschüsse enden zu Beginn der Saison 2027-28. Danach übernehmen die 116 Vereine der fünf englischen Top-Männerligen – von der Premier League bis zur National League – die Kosten über eine Abgabe. Zwar gilt als sicher, dass die Premier-League-Vereine den Löwenanteil tragen, doch die genaue Berechnungsformel steht noch in den Sternen.
Offene Fragen sind unter anderem:
- Zahlen alle 20 Premier-League-Vereine denselben Betrag?
- Werden Vereine in der Champions League mehr zahlen müssen?
- Wie fließen die individuellen finanziellen Verhältnisse der Vereine ein?
Der IFR plant für später in diesem Jahr eine öffentliche Konsultation zur Festlegung der Methode, doch die Vereine sind mit der anhaltenden Unklarheit unzufrieden.
Steigende Kosten und Widerstand der Vereine
Diese finanzielle Unsicherheit kommt zu dem ohnehin bestehenden Widerstand vieler Premier-League-Vereine gegen die Einrichtung des Regulators hinzu, die 2021 von der fan-geleiteten Überprüfung empfohlen wurde. Die Vereine stehen bereits unter erheblichem finanziellen Druck.
- Die Premier-League-Vereine verzeichneten in der Saison 2024-25 kombinierte Betriebsverluste von 1,65 Milliarden Pfund.
- Die eigenen Betriebskosten der Premier League, die gleichmäßig unter den Vereinen aufgeteilt werden, sind in den letzten fünf Jahren um 30 % gestiegen.
- Die Rechtskosten sind explodiert, vor allem durch Verfahren wegen Verstößen gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln bei Vereinen wie Manchester City, Everton, Nottingham Forest und Leicester. Diese Kosten sprangen von 11,3 Mio. Pfund im Jahr 2022-23 auf 48,1 Mio. Pfund im Jahr 2023-24.
Die Beauftragung der Boston Consulting Group, einer der teuersten Beratungsfirmen am Markt, verstärkt die Befürchtung, dass die Kosten des IFR außer Kontrolle geraten und die ursprüngliche Schätzung von 100 Mio. Pfund über zehn Jahre überschreiten.
Rolle und Reaktion des Regulators
Die Kernaufgabe des IFR ist es, die finanzielle Nachhaltigkeit der Vereine zu stärken, die Ligen widerstandsfähig zu machen und das Erbe des Fußballs für die Fans zu schützen. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Boston Consulting Group wird die Erstellung eines detaillierten „State of the Game“-Berichts sein. Diese Analyse soll die Position des IFR zu einer neuen finanziellen Einigung zwischen Premier League und EFL prägen.
Bei jüngsten Treffen mit Premier-League- und EFL-Vereinen wurden Vorsitzender und Geschäftsführer des IFR zum Budget befragt, konnten aber keine verbindlichen Angaben machen. Der Vorstand des Regulators prüft die Kosten noch.
Ein Sprecher des IFR erklärte: „Wir befinden uns im Prozess der Budgetfestlegung und werden verhältnismäßig und kosteneffizient vorgehen sowie dies den Vereinen so früh wie möglich mitteilen.“
Wichtige Erkenntnisse
- Premier-League-Vereine sind alarmiert über die unklare und potenziell steigende Kosten des neuen Independent Football Regulator.
- Der Regulator wechselt 2027 von staatlicher zu vereinsfinanzierter Finanzierung über eine Abgabe, deren Berechnung jedoch offen ist.
- Die Einstellung einer teuren US-Beratungsfirma hat die Kostenängste verschärft.
- Die Vereine kämpfen bereits mit hohen Betriebsverlusten und explodierenden Rechtskosten in der Premier League.
- Der Regulator will sein Budget finalisieren und die Vereine später in diesem Jahr konsultieren.
— Editorial Team