NHL Western Conference Final: Vegas vs. Colorado — Duell der Favoriten um den Einzug ins Stanley-Cup-Finale
Nach einem souveränen Seriensieg gegen Anaheim treffen die Vegas Golden Knights im Western Conference Final auf die mit der Presidents' Trophy ausgezeichneten Colorado Avalanche.
Hauptevent
In der Nacht zum 15. Mai 2026 wurde das Western Conference Finale um den Stanley Cup entschieden. Die Vegas Golden Knights sicherten sich mit einem entscheidenden 5:1-Sieg über die Anaheim Ducks in Spiel 6 ihrer Serie das Ticket für die nächste Runde. Nun wartet auf die Knights ein erbitterter und harter Kampf gegen den regulären Saisonmeister Colorado Avalanche.
Die Serie beginnt am 20. Mai in der Ball Arena in Denver. Es ist erst das zweite Playoff-Aufeinandertreffen zwischen Colorado und Vegas überhaupt. Beide Teams gehen als ehemalige Stanley-Cup-Sieger in den Kampf: Die Avalanche gewannen die Trophäe 2022, die Golden Knights 2023.
Details und Statistiken
Weg zum Conference Final
Colorado wirkt wie eine Siegmaschine. Jared Bednars Team fegte die Los Angeles Kings in der ersten Runde mit 4:0 aus dem Rennen und schaltete dann souverän die Minnesota Wild mit 4:1 aus. Die Avalanche stehen in den Playoffs bei 8:1 – die beste Bilanz aller Teilnehmer.
Vegas nahm einen längeren und beschwerlicheren Weg. In der ersten Runde überwanden die Knights Utah (4:2), und in der zweiten Runde brauchten sie sechs Spiele, um Anaheim zu bezwingen. Nach 12 Spielen führt Vegas die Playoffs mit insgesamt 44 erzielten Toren an. Colorado hat jedoch einen höheren Durchschnitt von 4,11 Toren pro Spiel.
Schlüsselfiguren und Verletzungen
Vegas' größte Offensivgefahr ist Mitch Marner. Der Kanadier führt die Scorerliste des Stanley Cups mit 18 Punkten (7 Tore, 11 Assists) an. Im entscheidenden Spiel gegen Anaheim eröffnete er bereits nach zwei Minuten den Torreigen, indem er bei einem Solo-Lauf geschickt die Scheibe zwischen den Schonern des Torwarts hindurchschob.
Auch der russische Stürmer Pawel Dorofejew verdient Erwähnung. Er führt die Torschützenliste mit neun Treffern an und erzielte im dritten Drittel gegen Anaheim einen Doppelpack. Ein weiterer Russe, Iwan Barbaschow, steuert regelmäßig Assists bei und ist in der Defensive unverzichtbar.
Bei Colorado gibt Nathan MacKinnon mit 13 Punkten (7+6) in neun Spielen den Ton an. Allerdings wirft die Personalsituation Fragen auf. Mehrere Schlüsselspieler – Artturi Lehkonen, Sam Malinski und Cale Makar – zogen sich in der Serie gegen Minnesota Verletzungen zu. Ob Makar für die Auftaktspiele gegen Vegas zur Verfügung steht, ist ungewiss.
Die Situation der Knights ist nicht besser. Kapitän Mark Stone verpasste die letzten drei Spiele der Anaheim-Serie. Sollte er für Spiel 1 nicht zurückkehren, fehlt Vegas seine Version von Waleri Nitschuschkin – ein Schlüsselstürmer, der in entscheidenden Momenten Abwehrreihen durchbrechen kann.
Statistische Aufschlüsselung und Quoten
Analysten erwarten ein wahrhaft filmreifes Duell. Laut DraftKings ist Colorado der Serienfavorit mit einer Quote von -260 (implizite Wahrscheinlichkeit ~73%). Ein Sieg von Vegas wird mit +210 bewertet. Das analytische Modell von MoneyPuck kommt auf ähnliche Werte: 53,2% für Colorado und 46,8% für Vegas.
Besonderes Interesse gilt den Special Teams. Colorado hat in den Playoffs 25% seiner Überzahlsituationen genutzt, deutlich mehr als in der regulären Saison (17,1%). Vegas hat jedoch ein Ass im Ärmel: vier Unterzahltore – die meisten in der aktuellen Postseason.
Kontext und Bedeutung
Warum Vegas gefährlicher ist, als es scheint
Experten weisen auf eine besondere Situation hin: Nach einem Trainerwechsel hat sich Vegas radikal verändert. Gegen Ende der regulären Saison entließ die Geschäftsführung Bruce Cassidy und verpflichtete John Tortorella. Unmittelbar nach dem Wechsel ging das Team 7:0-1 und gewann die Pacific Division.
Ein Kolumnist der Denver Post hebt ein interessantes Paradoxon hervor: Noch nie hatte ein Conference-Finalist Gegner mit weniger Punkten in der regulären Saison als Vegas (Utah und Anaheim). Die Frage bleibt: Ist Vegas wirklich so gut, oder hat es einfach von einem günstigen Turnierbaum profitiert?
Taktische Analyse von Experten
Vegas' Stärke liegt in der Defensivstruktur und der Unterbindung von Schüssen. Trotz Torwartproblemen in der regulären Saison hat Carter Hart mit einer Fangquote von 91,7% phänomenale Playoff-Zahlen.
Colorados Hauptwaffe ist die Offensivkraft und das tödliche Powerplay. Analysten bemerken jedoch Schwankungen im Torhütergespann: Sowohl Scott Wedgewood als auch Mackenzie Blackwood wurden in Spielen der letzten Serie ausgewechselt. Jared Bednar hat noch nicht bekannt gegeben, wer im Conference Final starten wird.
Was als Nächstes kommt / Vorschau auf das nächste Spiel
Der Serienplan steht bereits fest:
- Mai — Spiel 1 (Denver)
- Mai — Spiel 2 (Denver)
- Mai — Spiel 3 (Las Vegas)
- Mai — Spiel 4 (Las Vegas)
- Mai — Spiel 5 (Denver, falls nötig)
- Mai — Spiel 6 (Las Vegas, falls nötig)
- Juni — Spiel 7 (Denver, falls nötig)
Spiel 1 beginnt um 20:00 Uhr ET. Der Sieger dieser Serie zieht ins Stanley-Cup-Finale ein und trifft dort auf den Gewinner der Paarung Carolina Hurricanes gegen Montreal Canadiens.
Die finanziellen Einsätze sind enorm: Der Playoff-Erfolg bringt den Clubs zig Millionen Dollar zusätzliche Einnahmen aus Ticketverkäufen und Übertragungen. Für beide Franchises, die tiefe Playoff-Runs gewohnt sind, ist der Einzug ins Finale eine Frage des Status und der Offenhaltung ihres Meisterschaftsfensters.
— Editorial Team