# Motherwell-Trainer gibt zu: Team „vermisst das Gewinnen“ im Kampf um Top 4
Motherwell-Trainer Jens Berthel Askou hat offen eingeräumt, dass sein Team frustriert ist über die jüngste Unfähigkeit, Spiele über die Linie zu bringen – obwohl sie mit nur noch sechs Partien den vierten Platz in der Scottish Premiership halten.
Die Steelmen liegen derzeit drei Punkte vor Hibernian auf Platz fünf, doch ihre Form hat sich nach einem starken Start ins Jahr 2026 deutlich verschlechtert. Bis März waren sie in der Liga in diesem Kalenderjahr ungeschlagen – seitdem haben sie von ihren letzten vier Einsätzen drei verloren und eines remis gespielt. Nächste Hürde? Ein harter Auswärtsjob bei Tabellenführer Hearts am Samstag.
Ein Spiel nach dem anderen
Askou machte klar, dass er keine internen Punkteziel für den sicheren Vierten aufstellt, und warnte vor der mentalen Falle hypothetischer Szenarien. „Wenn du das machst, rennst du dir unnötig den Kopf heiß“, sagte er. Stattdessen besteht er darauf, dass seine Spieler nur eines im Sinn haben sollten: in jedem Spiel alle drei Punkte jagen.
„Wir versuchen wirklich, wirklich, voll auf Sieg zu gehen, weil wir das Gewinnen vermissen“, ergänzte Askou. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, in dem wir antreten, und wir wissen: Jeder Sieg ist ein riesiger Schritt Richtung etwas Großem.“
Er rechnet damit, dass mehr Punkte nötig sein werden, um die Position zu sichern, will aber nicht raten, wie viele. „Die Zeit wird es zeigen“, sagte er abschließend.
Realistische Sicht aufs Titelrennen
Motherwell ist nicht mehr im ernsten Titelkampf, doch Askou lieferte eine nüchterne Einschätzung zur Spitze. Hearts führen Rangers mit einem Punkt und Celtic mit drei in die letzte Runde vor dem Liga-Split.
Askou hält es für unwahrscheinlich, dass eines der Top-3-Teams alle Restspiele gewinnt. „Schau dir die Historie an – das ist eher nicht drin“, meinte er. „Wenn doch, haben sie beste Chancen auf den Titel.“
Seine Worte zeigen Respekt vor der Konkurrenz und Bewusstsein für die knappen Margen in der oberen Tabellenhälfte.
Samstagsduell mit Hearts: Was kommt auf uns zu?
Motherwell hat beide bisherigen Saisonbegegnungen mit Hearts remis gegeben – erst ein nervenkitzelndes 3:3 im August, dann ein zähes 0:0 im November. Askou hofft, dass es am kommenden Wochenende eher wie beim ersten Mal wird.
„Beide Clubs sind an einem Punkt, von dem sie vor Saisonstart nur träumen konnten“, sagte er und betonte den Fortschritt beider Teams. Er erwartet ein intensives, offenes Spiel mit heißer Atmosphäre, das vielleicht dem Drama des Auftakts ähnelt.
„Ich bin sicher, sie kommen wie wir mit einem breiten Grinsen und totaler Vorfreude rein“, sagte er. „Vielleicht sieht es stellenweise aus wie beim ersten Mal oder irgendwo dazwischen. Aber garantiert wieder mit hammerhartem Ambiente.“
Schlüsselfaktoren im Motherwell-Kampf um Platz vier
Mehrere Aspekte könnten entscheiden, ob Motherwell den Europa-Platz sichert:
- Aktuelle Formkrise: Drei Niederlagen in vier Spielen haben empfindliche Schwächen unter Druck offengelegt.
- Defensive Stabilität vs. Offensivwirksamkeit: Das Team scheitert daran, Überlegenheit in Tore umzumünzen.
- Mentale Haltung: Askous Fokus auf den Prozess statt Punkte deutet auf psychische Ermüdung hin.
- Spielstärke: Hearts, dann wahrscheinlich andere Top-6-Teams nach dem Split – das wird nicht einfacher.
- Hibernians Drive: Die Verfolger auf Platz fünf ruhen sich nicht aus – sie drücken voll aufs Gas, um zu überholen.
Die zentralen Erkenntnisse
- Motherwell spürt die Frustration über verschossene Punkte, trotz starker Position zu Jahresbeginn.
- Trainer Jens Berthel Askou vermeidet Punkteziel und setzt auf reine Siegermentalität.
- Der Einbruch – drei Niederlagen in vier – gefährdet den Halt auf Platz vier.
- Das Samstagsspiel bei Hearts könnte Saison prägen; Askou wünscht sich offenes, angriffslustiges Fußball.
- Realistisch braucht es gegen Hibernian Konstanz, nicht nur Einzelfluchten.
Askous Ehrlichkeit über vermisste Siege zeigt einen Trainer, der die hauchdünne Linie zwischen Wollen und Können kennt. Mit erreichbarem Europäischen Fußball wiegt jeder Zähler jetzt doppelt – und jede verpasste Chance tut umso mehr weh.
— Editorial Team