# McGoverns spätes Tor hält Schottland an der Spitze – junge Mannschaft wirft Vergangenheitsdruck ab
Kathleen McGovern tauchte mit einem dramatischen Ausgleicher in der Nachspielzeit auf und rettete Schottland ein 1:1 gegen Belgien in ihrem Qualifikationsspiel zur Frauen-WM bei Easter Road. Die 23-jährige Stürmerin von Hibs, die nun in nur sieben Länderspielen sechs Tore erzielt hat, sagte, das Spiel habe sich wie eine Heimkehr angefühlt – und dass ihre Generation ohne die Last vergangener Qualifikationsmisserfolge spiele.
Schottland dominierte große Teile des Spiels, hatte aber Mühe, Chancen zu nutzen, bis McGoverns später Einsatz. Das Ergebnis lässt sie punktgleich mit Belgien an der Spitze ihrer Qualifikationsgruppe, nur vorne durch bessere Tordifferenz, mit noch zwei Spielen in der ersten Runde der Qualifikation.
Eine neue Generation ohne Ballast
Im Gegensatz zu vielen Vorgängerinnen waren McGovern und mehrere andere junge Gesichter in Melissa Andreattas Kader nicht dabei bei Schottlands jüngsten Turniertraumata – dem hauchdünnen Verpassen der EM 2025, dem Scheitern bei der WM 2023 oder dem letzten Platz 2019. Diese Abwesenheit historischer Enttäuschungen scheint sie mental zu befreien.
„Wir haben diesen Ballast nicht, weil wir die Enttäuschung des Nicht-Qualifizierens nicht erlebt haben“, erklärte McGovern. Sie fügte hinzu, dass sie mit anderen jungen Teamkolleginnen gesprochen habe, die dieselbe entspannte Einstellung teilen: „Wir kommen entspannt rein und wollen einfach das Beste für unser Land geben.“
Diese emotionale Leichtigkeit könnte sich in Feldvertrauen umsetzen. Gegen Belgien kontrollierte Schottland den Ballbesitz, schuf zahlreiche Chancen und wirkte über weite Strecken der 90 Minuten gefährlicher – trotz nur eines Torerfolgs.
Verpasste Chancen und knappe Margen
Obwohl sie erneut für ihr Land traf, gab McGovern zu, über frühere verpasste Gelegenheiten frustriert zu sein. „Ich hatte ziemlich viele Chancen“, sagte sie, „aber ich bin froh, dass wir unser Team wieder ins Spiel gebracht haben, und wir nehmen den Punkt mit.“
Ihre Offenheit spiegelt einen Kader wider, der lernt, Spiele abzurunden – eine entscheidende Fähigkeit auf diesem Niveau. „Ich finde, wir hatten Pech, nicht mit drei Punkten wegzugehen“, ergänzte sie. „Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel dominiert haben. Es sind nur die kleinen Margen … wenn wir das bereinigen, gibt es keinen Zweifel, dass wir auswärts drei Punkte holen können.“
Diese „kleinen Margen“ könnten entscheiden, ob Schottland endlich bei einem großen Turnier durchbricht. Mit einer ausgeglichenen Gruppe zählt jedes Tor – und jeder mentale Vorteil.
Was kommt als Nächstes
Schottland reist nun nach Belgien zum Rückspiel und sitzt weiterhin an der Tabellenspitze dank besserer Tordifferenz. Die letzten zwei Spiele dieser Qualifikationsphase entscheiden, wer direkt weiterkommt und wer in die Play-offs muss.
Wichtige Faktoren für die Zukunft:
- Dynamik: Schottlands Mix aus Jugend und wachsender Zusammenhalt unter Andreatta verspricht viel.
- Torinstinkt: Dominanz in Siege umzusetzen bleibt die größte Hürde.
- Auswärtsleistung: McGovern deutete an, dass sie auswärts gewinnen können – wenn sie präziser werden.
McGoverns Aufstieg als zuverlässige Torschützin bringt ernsthafte Feuerkraft. Ihre Verbindung zu Easter Road – wo sie für Hibernian Klatschfußball spielt – treibt sie emotional an, doch ihr Einfluss wird auch taktisch spürbar.
Wichtigste Erkenntnisse
- Kathleen McGovern erzielte ihr sechstes Tor in sieben Schottland-Einsätzen mit einem Ausgleicher in der Nachspielzeit gegen Belgien.
- Schottland bleibt dank Tordifferenz an der Spitze ihrer Qualifikationsgruppe zur Frauen-WM nach dem 1:1.
- Der aktuelle Kader umfasst viele junge Spielerinnen ohne Last vergangener Qualifikationspleiten, was eine entspanntere Mentalität fördert.
- Trotz Dominanz im Ballbesitz und Chancen schaffen kämpft Schottland noch damit, Kontrolle in Siege umzusetzen.
- Das Rückspiel in Belgien wird entscheidend, mit nur noch zwei Spielen in der ersten Qualifikationsrunde.
— Editorial Team