Italiens EURO 2032: Nur ein Stadion ist bereit
Italien steht vor einer erheblichen Herausforderung, seine Stadien rechtzeitig für die EURO 2032 vorzubereiten, ein Turnier, das es gemeinsam mit der Türkei ausrichtet. Die aktuelle Situation ist ernüchternd: Von den zehn ursprünglich vorgeschlagenen Spielstätten ist derzeit nur eine tatsächlich einsatzbereit. Dies setzt den italienischen Fußballverband (FIGC) unter großen Druck, Bau- und Sanierungsarbeiten zu beschleunigen, um die UEFA-Anforderungen zu erfüllen und eine mögliche Blamage zu vermeiden.
Der Weg zur EURO 2032: Eine gemeinsame Anstrengung
Bereits 2023 legten Italien und die Türkei separate Listen mit jeweils zehn potenziellen Stadien vor, um Spiele der EURO 2032 auszurichten. Nachdem ihre Bewerbungen zu einem gemeinsamen Projekt verschmolzen waren, änderte sich die Vereinbarung: Jedes Land würde letztendlich fünf vollständig vorbereitete Spielstätten bereitstellen. Das bedeutet, Italien muss seine ursprüngliche Liste drastisch eingrenzen und sicherstellen, dass die ausgewählten fünf Stadien den internationalen Standards für ein so großes Turnier entsprechen.
Das Problem ist, dass viele der von Italien vorgeschlagenen Standorte noch lange nicht bereit sind. Zum Beispiel ist bei neuen Stadien, die für Großstädte wie Mailand, Rom und Cagliari geplant sind, noch nicht einmal der erste Spatenstich erfolgt. Hier geht es nicht nur um kleinere Ausbesserungen; es handelt sich um grundlegende Infrastruktur, die von Grund auf neu errichtet werden muss – ein gewaltiges Unterfangen mit einem engen Zeitplan.
Aktueller Stand: Eine einzige einsatzbereite Spielstätte
Derzeit ist das Juventus Allianz Stadium die einzige italienische Spielstätte, die alle Kriterien erfüllt, ohne dass weitere Arbeiten erforderlich wären. Es ist eine moderne Anlage, die nach zeitgemäßen Standards gebaut wurde und somit ein sofortiger Kandidat für das Turnier ist. Sich jedoch als Co-Gastgeberland auf nur ein Stadion zu verlassen, ist eindeutig nicht tragbar.
Abgesehen von den noch nicht gebauten Projekten benötigen sechs weitere bestehende Stadien umfangreiche Modernisierungen. Dies sind ikonische Stadien, die unzählige Spiele erlebt haben, aber eine erhebliche Modernisierung benötigen, um ein großes internationales Event wie die Europameisterschaft auszurichten. Dazu gehören:
- Stadio San Nicola in Bari
- Stadio Maradona in Neapel
- Stadio Franchi in Florenz
- Stadio Bentegodi in Verona
- Stadio Dall’Ara in Bologna
- Stadio Luigi Ferraris in Genua
Jedes dieser Stadien benötigt eine umfassende Neugestaltung, die alles umfassen kann, von Sitzplatz-Upgrades und Hospitality-Bereichen bis hin zu Spielfeldverbesserungen und Zugangsinfrastruktur. Dies sind keine schnellen Lösungen; es sind komplexe, mehrjährige Projekte, die erhebliche Investitionen und Planungen erfordern.
Die Dringlichkeit der Beschleunigung
Berichten zufolge liegt Italien bei der Infrastrukturvorbereitung für das Turnier hinter der Türkei zurück. Dies ist kein Wettrennen bis zur Ziellinie, sondern vielmehr ein Wettlauf gegen die Zeit, um sicherzustellen, dass beide Nationen ihre Versprechen an die UEFA einhalten können. Die italienische Regierung und der FIGC stehen nun unter immensem Druck, ihre Anstrengungen zu „beschleunigen“, um innerhalb der nächsten sechs Jahre alles in Ordnung zu bringen.
Wichtige Fristen rücken schnell näher. Der FIGC wird voraussichtlich bis Juli dieses Jahres einen Fortschrittsbericht zum Stadionausbau vorlegen. Danach müssen sie die UEFA bis September offiziell darüber informieren, welche fünf Stadien sie für die EURO 2032 nutzen wollen. Das bedeutet, Entscheidungen müssen schnell getroffen werden, und konkrete Bau- und Renovierungspläne müssen feststehen.
Obwohl die Arbeiten an mehreren neuen Anlagen und Sanierungsprojekten voraussichtlich im März 2027 beginnen werden, lässt dieser Zeitplan sehr wenig Spielraum für Verzögerungen oder unvorhergesehene Probleme. Angesichts des Umfangs der erforderlichen Arbeiten für viele dieser Spielstätten ist der Beginn größerer Bauarbeiten nur fünf Jahre vor Turnierbeginn, gelinde gesagt, ein enger Zeitplan. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, damit Italien sein Engagement und seine Fähigkeit zur Ausrichtung einer erfolgreichen EURO 2032 unter Beweis stellen kann.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein einsatzbereites Stadion: Nur das Allianz Stadium von Juventus ist derzeit ohne weitere Arbeiten für die EURO 2032 geeignet.
- Umfassende Modernisierungen erforderlich: Sechs weitere bestehende Stadien benötigen erhebliche Sanierungen, und mehrere neue Spielstätten müssen noch gebaut werden.
- Rückstand gegenüber dem Co-Gastgeber: Italien liegt Berichten zufolge bei der Infrastrukturvorbereitung für das Turnier hinter der Türkei zurück.
- Enge Fristen: Der italienische Fußballverband muss die UEFA bis Juli über den Fortschritt informieren und die ausgewählten Stadien bis September bestätigen.
- Dringender Handlungsbedarf: Bau- und Sanierungsarbeiten müssen beschleunigt werden, um die Frist 2032 einzuhalten, wobei größere Arbeiten voraussichtlich im März 2027 beginnen sollen.
— Editorial Team