# Fulhams torloses Remis gegen Brentford unterstreicht Patt im Europapokal-Rennen
Bernd Lenos spektakuläre Rettung in der Nachspielzeit sicherte Fulham einen Punkt beim spannungsgeladenen, aber letztlich ereignisarmen West-London-Derby. Das 0:0 verlängerte Brentfords kuriose Serie von Remis und bremste ihren Vorstoß auf die europäischen Plätze, während Fulhams Offensivprobleme ungebrochen anhielten.
Eine Geschichte zweier Frustrationen
Das Spiel war eine Geschichte gegensätzlicher Frustrationen. Brentford unter Keith Andrews ist zum Remis-Spezialisten der Premier League geworden, da dieses Ergebnis ihr fünftes Unentschieden in Folge in der Liga markierte. Sie halten sich weiterhin stur in der oberen Tabellenhälfte, doch diese Serie verhindert, dass sie den Abstand zu den Teams oben verringern. Fulham leidet hingegen unter einer schweren Torbelastung. Marco Silvas Mannschaft brachte hier keinen einzigen Schuss auf das Tor und verlängerte damit eine Serie, in der sie in fünf der letzten sechs Spiele aller Wettbewerbe torlos blieben.
Die entscheidenden Momente waren rar, aber dramatisch. Fulhams beste Chance in der ersten Halbzeit sah Ryan Sessegnon aus der Area überschießen. Brentford kam nach der Pause besser ins Spiel, wobei Mikkel Damsgaard mit einem spektakulären First-Time-Schuss von der Strafraumgrenze auf sich aufmerksam machte. Das wahre Drama kam in der letzten regulären Minute. Dango Ouattara, Brentfords quirliger Angreifer, fand Freiraum für einen Nahschuss, der zum Sieg gereicht hätte – doch Bernd Leno parierte mit einer atemberaubenden Linkshand-Rettung und lenkte den Ball über die Latte. Die sofortige Umarmung des Innenverteidigers Calvin Bassey für seinen Torhüter unterstrich die Bedeutung des Moments.
Wichtige Figuren und fehlende Gefahren
Mehrere individuelle Geschichten spielten sich ohne entscheidende Auflösung ab.
- Igor Thiago: Brentfords formstarker Stürmer, der am vergangenen Wochenende doppelt traf, wurde von Fulhams Abwehr weitgehend in Schach gehalten.
- Harry Wilson: Der Fulham-Flügelstürmer, ein ewiger Stachel im Fleisch Brentfords, hatte die erste Chance der Gäste, doch sein Schuss prallte am Mitspieler Rodrigo Muniz ab.
- Alex Iwobi: Fulhams Offensive wurde durch den Ausfall von Iwobi kurz vor der Halbzeitzeit aufgrund einer Muskelverletzung gestört – ein Schlag, den Silva nach dem Spiel bedauerte.
Taktisch zeigte Fulhams Sturmreihe früh Flüssigkeit, mit Wilson und Emile Smith Rowe, die Rollen tauschten, und Sessegnon, der als linker Verteidiger nach vorne drängte. Diese Ankündigung verblasste jedoch nach Iwobis Abgang. Brentford, das an seiner Startelf festhielt, während Fulham fünf Wechsel einsetzte, steigerte im zweiten Durchgang die Intensität, mangelte es aber letztlich am letzten Biss.
Das große Ganze
Dieses Ergebnis verkörpert die Verstopfung in der Tabellenmitte. Ein Sieg für Fulham, das den Tag auf Platz 12 begann, hätte sie punktgleich mit Brentford auf Platz 7 gemacht. Stattdessen stecken beide Teams fest. Brentfords Saison bleibt eine Geschichte der Widerstandsfähigkeit nach einem turbulenten Sommer, in dem Trainer Thomas Frank, ihre Top-Torschützen und der Kapitän abwanderten. Andrews, vom Standardspezialisten befördert, und Thiago, zuvor ein Randfigur, haben hervorragend übernommen.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Spiel:
- Brentfords Europaträume werden durch die Unfähigkeit gebremst, Remis in Siege umzuwandeln.
- Fulhams Offensivprobleme sind gravierend, der Mangel an Schüssen aufs Tor wird zu einem besorgniserregenden Muster.
- Bernd Leno bleibt ein entscheidender Faktor für Fulham und kann Punkte im Alleingang sichern.
- Die Verletzung von Alex Iwobi könnte Fulhams ohnehin schwache Kreativität weiter schwächen.
- Das Mittelfeld ist so eng beieinander, dass ein einzelnes Ergebnis die Tabelle dramatisch verändern kann.
Am Ende war es ein Spiel, das von einer außergewöhnlichen Torhüterparade geprägt wurde, die ein Remis rettete – für Brentford eine verpasste Chance, für Fulham die Fortsetzung besorgniserregender Trends.
— Editorial Team