De Zerbi zu Tottenham: Man Utd lehnte ihn wegen Greenwood-Kontroverse ab
Roberto De Zerbi hat offiziell das Ruder als neuer Trainer von Tottenham Hotspur übernommen und einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Nun ist jedoch bekannt geworden, dass De Zerbi, bevor er seinen Platz in Nordlondon sicherte, angeblich einen möglichen Wechsel zu Manchester United ausgelotet hatte – nur um abgewiesen zu werden. Diese Ablehnung durch United scheint ein strategischer Schachzug gewesen zu sein, um Kontroversen zu umgehen, insbesondere im Hinblick auf De Zerbis frühere öffentliche Äußerungen über Mason Greenwood.
Die Kontroverse um De Zerbis Greenwood-Bemerkungen
Der italienische Trainer erntete erhebliche Kritik für Äußerungen, die er nach Greenwoods Wechsel zu Marseille im Jahr 2024 über Mason Greenwood machte. De Zerbi bezeichnete Greenwood öffentlich als „guten Kerl“, der für seine früheren Probleme „einen hohen Preis bezahlt“ habe, und deutete sogar an, Greenwood sei ein Opfer der Anschuldigungen gewesen. Diese Bemerkungen lösten einen starken Gegenwind von verschiedenen Fangruppen aus.
Women of the Lane, eine Gruppe, die sich dem Kampf gegen Sexismus im Fußball verschrieben hat, kritisierte De Zerbis Kommentare scharf. Sie erklärten, diese würden „ernsthafte Fragen bezüglich Urteilsvermögen und Führung“ aufwerfen und rieten von seiner Ernennung bei Tottenham ab. Auch die Proud Lilywhites, die offizielle LGBTQ+-Fangruppe der Spurs, starteten eine „Nein zu De Zerbi“-Kampagne und hoben die negativen Auswirkungen solcher öffentlichen Verteidigungen durch eine Person in einer prominenten Position hervor.
Manchester Uniteds strategische Vermeidung
Laut Transferexperte Alex Crook, der seine Erkenntnisse auf talkSPORT teilte, hatte De Zerbi Manchester United tatsächlich bezüglich der freien Trainerposition „angefragt“, bevor er sich Tottenham verpflichtete. Die neue Fußballführung von United unter INEOS soll De Zerbi jedoch „eine Abfuhr erteilt“ haben, womit klargestellt wurde, dass er für die Rolle nicht in Betracht gezogen wurde.
Diese Entscheidung wird weithin als bewusster Versuch von Manchester United interpretiert, sich von jeder weiteren Verbindung mit der umstrittenen Situation um Mason Greenwood zu distanzieren. United hatte kürzlich selbst eine komplexe PR-Herausforderung im Zusammenhang mit Greenwood gemeistert und schien bestrebt, ähnliche Probleme nicht wieder aufleben zu lassen, indem sie einen Trainer mit einer derart öffentlichen Haltung ernennen.
De Zerbis Klarstellung nach der Ernennung
Nach seiner Ernennung bei Tottenham und der sofortigen Prüfung seiner früheren Äußerungen gab De Zerbi in seinem ersten Interview eine Erklärung ab, die von einigen als „halbe Entschuldigung“ beschrieben wurde. Auf Italienisch sprach er, um seine Position zu verdeutlichen, und betonte, dass er niemals die Ernsthaftigkeit von Gewalt gegen Frauen oder andere Personen herabmindern wollte. Er hob seine persönlichen Werte hervor, indem er seine konsequente Unterstützung für schutzbedürftige Personen und seine Sensibilität für solche Themen betonte, insbesondere als Vater einer Tochter.
De Zerbi äußerte die Hoffnung, dass die Menschen mit der Zeit seine wahren Absichten verstehen würden, und versicherte, dass seine früheren Kommentare nicht als definitive Billigung der Anschuldigungen selbst gemeint waren. Seine Punkte umfassten:
- Er hatte niemals die Absicht, Gewalt gegen Frauen oder irgendeine Form von Gewalt zu verharmlosen.
- Er hat sich stets für die Sache schutzbedürftiger und zerbrechlicher Personen eingesetzt.
- Er ist niemand, der seine Prinzipien für berufliche Vorteile oder Titel kompromittiert.
- Als Vater einer Tochter empfindet er eine tiefe Sensibilität für diese Angelegenheiten.
Die Vorgeschichte von Mason Greenwood
Mason Greenwoods Fußballkarriere erfuhr einen erheblichen Stillstand, nachdem er 2022 wegen versuchter Vergewaltigung, kontrollierenden und Nötigungsverhaltens sowie Körperverletzung angeklagt wurde. Er bestritt stets alle Vorwürfe, und alle Anklagen wurden schließlich im Februar 2023 fallengelassen. Manchester United prüfte zunächst die Möglichkeit seiner Rückkehr und deutete sogar an, „die Gewässer zu testen“, um ihn wieder in die erste Mannschaft zu integrieren.
Nach einem weit verbreiteten öffentlichen Aufschrei und internen Diskussionen entschied sich der Verein jedoch, ihn 2023 an Getafe auszuleihen. Ein Jahr später verkaufte United ihn endgültig für 26,6 Millionen Pfund an Marseille. Der Umgang des Vereins mit Greenwoods Situation stieß auf gemischte Reaktionen, doch die letztendliche Entscheidung, ihn abzugeben, wurde größtenteils als Versuch angesehen, eine langwierige und schädliche PR-Krise abzuwenden.
Wichtige Erkenntnisse:
- De Zerbi zu Tottenham: Roberto De Zerbi wurde als neuer Trainer von Tottenham Hotspur mit einem Fünfjahresvertrag ernannt.
- Ablehnung durch Man Utd: Vor seinem Wechsel zu den Spurs soll De Zerbi Manchester United wegen der Trainerposition kontaktiert haben, wurde aber vom Verein abgelehnt.
- Verbindung zur Greenwood-Kontroverse: Die Entscheidung von United soll durch De Zerbis umstrittene frühere Kommentare zur Verteidigung von Mason Greenwood beeinflusst worden sein, die zu erheblichem Fan-Gegenwind geführt hatten.
- De Zerbis Klarstellung: De Zerbi hat seitdem eine Erklärung abgegeben, um seine Haltung zu verdeutlichen, und besteht darauf, dass er Gewalt niemals verharmlosen wollte und als Vater sensibel für solche Themen ist.
- Uniteds PR-Strategie: Manchester United, das zuvor eine eigene schwierige Situation mit Greenwood gemeistert hatte, scheint entschlossen, ähnliche PR-Herausforderungen zu vermeiden.
— Editorial Team