# Arsenals Titeljagd durch taktische Starre und Citys Pressing bedroht
Arsenals Saison hat sich von einer potenziellen historischen Quadruple-Jagd in einen angespannten Kampf um die Rettung eines Doubles verwandelt. Noch vor einem Monat wirkten sie unaufhaltsam und führten die Premier League mit neun Punkten, dazu kamen Fortschritte in allen Pokalwettbewerben. Nun, nach dem entscheidenden Finale im Carabao Cup und den folgenden Problemen, wird ihr Ansatz infrage gestellt.
Das Problem kreist um eine taktische Schwäche, die Manchester City aufdeckte und andere nachahmten. Arsenals System, auf kontrolliertem Ballbesitz und Spielaufbau von hinten aufgebaut, wird durch eine spezifische Pressing-Strategie wirkungsvoll erstickt. Das lässt das Team beim Chancenschaffen ins Straucheln geraten und verstärkt Zweifel an den Offensivoptionen.
Das Pressing-Problem, das Arsenal nicht lösen kann
Der Wendepunkt war die zweite Halbzeit im Carabao-Cup-Finale gegen Manchester City. Pep Guardiola passte das Pressing seines Teams an und bildete eine Abwehrlinie, die Pässe ins Mittelfeld von Arsenal abschnitt. Das zwang Arsenals Verteidiger, den Ball nutzlos untereinander zu recyclen, ohne vorwärtsgerichteten Ausweg. Dasselbe Muster zeigte sich gegen Bournemouth, wo Torhüter David Raya 59 Pässe versuchte und so verdeutlichte, wie sehr das Team im Aufbau stecken blieb.
Diese Pressing-Taktik nutzt eine zentrale Schwäche im Arsenal-Aufbau aus. Die bevorzugte Methode, einem Hochpressing zu entkommen, ist ein langer Ball auf einen Zielstürmer, der den Ball halten oder Luftduelle gewinnen kann. Arsenals Hauptstürmer Viktor Gyökeres eignet sich dafür nicht. Sein Wechsel in jüngsten Spielen deutet darauf hin, dass das Trainerteam das Problem erkannt hat, doch die Alternative – Kai Havertz als Mittelstürmer – ist noch in der Entwicklung.
Wichtige Elemente der Pressing-Falle, der Arsenal ausgesetzt ist:
- Eine hohe Abwehrlinie blockiert Pässe zu den Mittelfeldspielern.
- Die Mittelfeldspieler rücken tiefer, um Bälle zu den Außenverteidigern zu pressen.
- Ohne zuverlässiges Ziel für lange Bälle wird der Ball sinnlos recycelt.
- Das führt zu geringer Offensivproduktion und erhöhtem Druck auf die Abwehr.
Auf der Suche nach einem Funken im Angriff
Die Offensivschwäche liegt nicht nur am Aufbau. Die Sturmreihe fehlt seit Ende Februar an Kreativität. Die potenzielle Lösung hängt von der Fitness und Form von Eberechi Eze ab. Nach einer einmonatigen Pause könnte Eze den zentralen kreativen Impuls liefern, um organisierte Abwehrreihen zu knacken. Sein Einsatz gegen Bournemouth war ein klares Zeichen, dass Arteta mehr Improvisation sucht.
Artetas Gesamtphilosophie bleibt jedoch auf Kontrolle und datenbasierte Vorbereitung ausgerichtet. Das kollidiert mit der spontanen, individuellen Brillanz, die in engen Spielen gefragt ist. Die bevorzugte sichere Mittelfeldformation mit Martin Ødegaard, Martín Zubimendi und Declan Rice könnte weniger wirksam sein, wenn das Team den ersten Pressing-Druck nicht umgehen und die drei erreichen kann.
Der Titelentscheider: Ein Strategiewechsel?
Das bevorstehende Duell mit Manchester City könnte einen taktischen Umdenkprozess erzwingen. Angesichts der aktuellen Form wäre für Arsenal der klassische Weg gegen Guardiolas Teams optimal: tief stehen, Druck absorbieren und kontern. Ein clean sheet wird zum Hauptziel, wobei Arsenals weltklasse Eckballroutine einen Weg zu einem entscheidenden Treffer bieten könnte.
City hat sich selbst weiterentwickelt und integriert unvorhersehbarere Spieler wie Rayan Cherki, den Guardiola als Spannung zwischen Kontrolle und Improvisation anerkennt. Arteta hingegen hält strikt an der Kontrolle fest, was sein Team behindern könnte, den aktuellen Einbruch abzuschütteln und in Schlüsselmomenten instinktiv zu reagieren.
Wichtige Lehren aus Arsenals jüngsten Problemen:
- Eine Pressing-Taktik, erstmals von Manchester City eingesetzt, hat Arsenals possessionsbasierten Spielaufbau effektiv neutralisiert.
- Der Mangel an einem Stürmer als langem Ball-Ziel verschärft dieses taktische Problem.
- Die Offensivkreativität des Teams ist geschrumpft und setzt auf Eberechi Ezes Rückkehr für den Funken.
- Mikel Artetas Fokus auf Kontrolle und Planung könnte die Fähigkeit des Teams zur Improvisation und Spieleinnahme einschränken.
- Der Titelkampf könnte davon abhängen, dass Arsenal gegen City eine defensivere, konterstarke Strategie wählt und priorisiert ein clean sheet.
Fußball balanciert letztlich zwischen Planung und Spontaneität. Arsenals Aufstieg basierte auf akribischer Strategie, doch wenn der Gegner alle geplanten Wege blockiert, muss das Team einen anderen finden. Dieses Rätsel zu lösen, ist der Schlüssel zum Sonntagsspiel und wahrscheinlich zum gesamten Premier-League-Titel.
— Editorial Team