Al-Ahli Jeddah vor Al-Fayha-Spiel mit fünfter Ausfallquote
Die Verletzungskrise bei Al-Ahli Jeddah verschärft sich kurz vor dem entscheidenden Spiel der Saudi Pro League gegen Al-Fayha. Der Verein muss auf den Außenverteidiger Zakaria Hawsawi verzichten, der einen späten Fitness-Test nicht bestanden hat und nicht in die Aufstellung für das Spiel am Mittwoch im Majmaah Sports City Stadium aufgenommen wurde. Es ist bereits seine zweite Ausfallpartie in Folge, nachdem er letztes Wochenende beim 3:0-Sieg über Damak wegen einer Knieverletzung fehlte, die er während des Länderspiels mit Saudi-Arabien erlitten hatte.
Zunehmende Abwehrprobleme
Hawsawis Ausfall ist kein Einzelfall – es ist bereits der fünfte bestätigte Ausfall für Al-Ahli vor dieser Begegnung. Die Abwehrreihe ist besonders dünn besetzt: Der brasilianische Innenverteidiger Roger Ibañez und der türkische Verteidiger Merih Demiral fallen weiterhin aus, ebenso wie der saudische Rechtsverteidiger Ali Majrashi. Hinzu kommt, dass der französische Mittelfeldspieler Valentin Atangana ebenfalls nicht zur Verfügung steht. Das bedeutet drei fehlende Verteidiger und zwei fehlende Mittelfeldspieler in einem ohnehin hochkarätigen Duell.
Al-Ahli belegt derzeit mit 65 Punkten Platz drei in der Roshen League – punktgleich mit dem Tabellenzweiten Al-Hilal, aber fünf Zähler hinter Spitzenreiter Al-Nassr. Jeder Punkt zählt im enger werdenden Titelrennen, und defensive Stabilität könnte den Unterschied zwischen Meisterschaftsaspirationen und Rückstand ausmachen.
Taktische Konsequenzen
Ohne Hawsawi stehen Trainer Pitso Mosimane schwierige Entscheidungen an der linken Seite bevor. Mögliche Lösungen wären:
- Umpositionierung eines Innenverteidigers nach außen (riskant gegen temporeiche Flügelspieler)
- Einsatz eines defensiv ausgerichteten Mittelfeldspielers zur Deckung der Seite
- Vorstoß eines Flügelspielers in eine hybride Außenbahnrolle, was jedoch die Angriffsbreite opfert
Jede dieser Optionen stört das taktische Gleichgewicht. Al-Fayha könnte dort Schwäche wittern, insbesondere wenn Al-Ahlis improvisierte Abwehr an mangelnder Abstimmung leidet.
Größerer Kontext: Auswirkungen auf das Titelrennen
Eine Niederlage oder sogar ein Unentschieden könnte die Titelchancen von Al-Ahli praktisch beenden. Mit Al-Hilal dicht auf den Fersen und Al-Nassr, das keinerlei Anzeichen von Müdigkeit zeigt, wäre der Punktverlust gegen den Tabellenmittelständler Al-Fayha ein schwerer Rückschlag. Der Druck verstärkt sich dadurch, dass Al-Ahli in dieser Saison defensiv stabil war – doch diese Stärke ist nun beeinträchtigt.
Die Fans sind verständlicherweise besorgt. Die Diskussionen in sozialen Medien zeigen Bedenken hinsichtlich der Tiefe des Kaders, insbesondere in der Abwehr, wo die Verletzungen am schwersten getroffen haben. Dennoch gibt es vorsichtigen Optimismus: Das Team schaffte letztes Wochenende trotz mehrerer Fehlender eine Nullnummer, was auf taktische Flexibilität hindeutet, die sie möglicherweise über die Krise bringen könnte.
Wichtigste Erkenntnisse
- Zakaria Hawsawi fällt für das Spiel von Al-Ahli gegen Al-Fayha wegen einer Knieverletzung aus.
- Insgesamt fallen nun fünf Spieler aus: drei Verteidiger (Hawsawi, Ibañez, Demiral, Majrashi) und ein Mittelfeldspieler (Atangana).
- Al-Ahli kämpft um den Ligatitel, liegt aktuell auf Platz drei, nur fünf Punkte vom Spitzenreiter entfernt.
- Umstellungen in der Abwehr könnten Schwachstellen offenbaren, die Al-Fayha ausnutzen könnte.
- Trotz der Rückschläge zeigte Al-Ahli zuletzt Resilienz mit einem 3:0-Sieg und einer weißen Weste.
Auch wenn dies kein Signal ist, das die Wettquoten drastisch verschiebt – die meisten Ausfälle betreffen keine einzelnen Schlüsselspieler, deren Präsenz das Ergebnis maßgeblich bestimmen würden – kann der kumulierte Effekt, fast eine halbe Abwehrreihe zu verlieren, nicht ignoriert werden. Für neutrale Beobachter erhöht es die Spannung; für die Anhänger von Al-Ahli ist es eine Bewährungsprobe der Kaderbreite zum ungünstigsten Zeitpunkt.
— Editorial Team