Valencias Abwehr hart getroffen: Núñez gesellt sich zur Verletztenliste vor Mallorca-Duell
Valencias Abwehrlinie ist noch dünner geworden. Unai Núñez, der 29-jährige Innenverteidiger, ist offiziell für das bevorstehende La-Liga-Auswärtsspiel bei RCD Mallorca ausgemacht. Cheftrainer Carlos Corberán hat es selbst bestätigt – obwohl Núñez montagmorgens beim Training auftauchte, hat er sein kürzliches Fitnessproblem noch nicht vollständig überwunden und steht nicht zur Verfügung.
Das ist nicht nur ein Spieler weniger. Es ist Teil einer größeren Abwehrkrise. Núñez gesellt sich nun zu Mouctar Diakhaby, José Copete und Eray Cömert auf die Tribüne. Das sind vier Innenverteidiger auf einmal draußen. Zum Vergleich: Die meisten Teams haben insgesamt fünf oder sechs für diese Position. Valencias Kaderliste am Zentrum kratzt am Boden.
Was das für Corberáns Abwehr-Viererkette bedeutet
Mit fast keinen erfahrenen Innenverteidigern mehr hat Corberán harte Entscheidungen vor sich. Er könnte:
- Einen Randspieler in die Startelf werfen, der die ganze Saison über noch keine relevanten Minuten gespielt hat.
- Einen Außenverteidiger oder Defensivmittelfeldspieler ins Zentrum rücken – immer riskant gegen physische Stürmer.
- Mit drei Verteidigern spielen und hoffen, dass die Flügelverteidiger die Außenbahnen abdecken, ohne aufzufliegen.
Keine dieser Optionen ist ideal. Mallorca sind keine Weltmeister, aber sie haben gezeigt, dass sie unorganisierte Abwehrreihen bestrafen können. Besonders zu Hause. Son Moix ist nicht das lauteste Stadion Spaniens, aber es ist kompakt, feindselig und perfekt für hohen Pressing-Druck und erzwungene Fehler – genau das, was Valencias Notabwehr ihnen bieten könnte.
Silberstreif? Hugo Duro ist fit
Wenigstens gibt es eine gute Nachricht. Stürmer Hugo Duro ist einsatzbereit. Das ist riesig. Duros Physis und Kopfballstärke könnten Valencias beste Waffe sein, um Druck abzulassen. Wenn sie tief stehen müssen, macht ein Targetman für Konter sinnvoll. Seine Präsenz könnte Mallorca sogar dazu zwingen, tiefer zu rücken, was Valencias wackeliger Abwehr indirekt mehr Luft verschafft.
Trotzdem ist es ein Wagnis, auf den Angriff zu setzen, um Abwehrlücken zu kaschieren. Ein Fehler, ein Standardsituation, ein Konzentrationslapsus – und plötzlich jagt man das Spiel, während vier Innenverteidiger von der Tribüne aus zuschauen.
Warum dieses Spiel schnell hässlich werden könnte
Seien wir ehrlich: Wenn ein Team so viele Verteidiger auf einmal verliert, folgt meist Chaos. Schaut euch aktuelle Beispiele in Europa an – Teams mit Notumstellungen kassieren früh, geraten unter Druck in Panik und machen ungewollte Fehler. Mallorca weiß das. Sie werden aggressiv starten, jede neue Paarung testen, jeden unsicheren Abwurf, jeden zögerlichen Tackling.
Und der Clou: Valencia hat keine Zeit, neue Kombinationen einzuüben. Mittwochsspiele bedeuten minimale Vorbereitung. Keine Testspiele. Kein schrittweises Einführen. Wer in der Abwehr startet, wird ins kalte Wasser geworfen – ohne Probe.
Wichtige Erkenntnisse
- Abwehrkollaps: Vier Innenverteidiger draußen – Núñez, Diakhaby, Copete, Cömert – macht Valencia hinten gefährlich dünn.
- Taktisches Improvisieren: Corberán muss mit ungetesteten Spielern oder unnatürlichen Positionswechseln hantieren, was das Risiko von Zusammenbrüchen steigert.
- Duros Rolle entscheidend: Seine Verfügbarkeit ist ein Rettungsanker – er kann Verteidiger festnageln und durch Halte-Spiel Druck mindern.
- Mallorcas Chance: Heimvorteil + Gegners Chaos = ideale Gelegenheit, Abwehrunsicherheiten auszunutzen.
- Hohes Fehlerrisiko: Rechnet mit nervösen Abwürfen, Missverständnissen und möglicherweise frühen Toren aus Standards oder Kontern.
Zusammengefasst? Es geht nicht nur um einen fehlenden Spieler. Es ist systemische Schwäche. Valencias Abwehr hält nur mit Klebeband und Hoffnung zusammen. Mallorca riecht Blut. Findet Corberán nicht schnell eine clevere Lösung, wird das eine lange, chaotische Nacht in Son Moix.
— Editorial Team