Rome Tennis Masters: Sinner ist der große Favorit auf Sand
Am 5. Mai startet das prestigeträchtige Sandplatz-Masters in der italienischen Hauptstadt. Da Alcaraz fehlt und Djokovics Teilnahme unsicher ist, ist Jannik Sinner der klare Titelanwärter.
Rome Masters 2026: Sinner beginnt seine Jagd nach Nadals Vermächtnis
Wichtigste Highlights: Was Sie wissen müssen
Vom 5. bis 18. Mai 2026 findet das dritte und letzte Sandplatz-Masters der Saison – die Internazionali BNL d'Italia – auf den Sandplätzen des Foro Italico in Rom statt. Das Turnier mit einem Preisgeld, das traditionell über 8 Millionen Euro liegt, hat fast alle Top-Tennisspieler der Welt versammelt, doch die Hauptspannung war schon vor dem Start entschieden: Dies ist ein Turnier mit einem klaren Favoriten.
Titelverteidiger Carlos Alcaraz zog sich aufgrund einer Handgelenksverletzung zurück, und dasselbe Leiden lässt seine Teilnahme an den French Open fraglich erscheinen. Novak Djokovic, der Madrid ausgelassen hat, um sich zu erholen, ist wieder im Einsatz, aber nach seiner Niederlage gegen Alex de Minaur in Barcelona nicht in optimaler Form. In diesem Vakuum wirkt die Nummer 1 der Welt, Jannik Sinner, wie der absolute Dominator.
23 Siege in Folge – das ist die Statistik, die der Italiener zu seinem Heimturnier mitbringt. Seit seiner Niederlage im Viertelfinale von Doha hat Sinner Indian Wells, Miami, Monte Carlo und Madrid gewonnen. Er ist der erste Spieler in der Geschichte, der fünf aufeinanderfolgende Masters-Titel gewonnen hat, und nun strebt er nach Rafael Nadals Erfolg.
Details und Fakten
Die ATP-Auslosung wurde am 4. Mai bekannt gegeben, und die Auslosung platzierte Sinner und Djokovic in entgegengesetzte Hälften. Ein Treffen der beiden Giganten ist erst im Finale möglich. Der Rom-Titelverteidiger Alcaraz fehlt, ebenso wie die Nummer 2 der Welt, Alexander Zverev, der von Djokovic in den Punkten überholt wurde.
Die aktuelle ATP-Rangliste spiegelt das Kräfteverhältnis wider: Sinner führt die Wertung mit 14.350 Punkten an, gefolgt vom verletzten Alcaraz mit 12.960 Punkten. Zverev hat 5.805 Punkte, Djokovic 4.700. Daniil Medwedew ist mit 3.460 Punkten auf den neunten Platz aufgestiegen.
Das Preisgeld für den Sieger im Herreneinzel wird bei etwa 1,1 Millionen Euro liegen – ein üblicher Betrag für Masters dieser Kategorie. Sinners Karriereverdienste nähern sich 62,3 Millionen Dollar, während Djokovic die 193-Millionen-Dollar-Marke längst überschritten hat.
Sinner startet das Turnier in der zweiten Runde nach einem Freilos. Sein erster Gegner wird in einem Match zwischen dem Österreicher Sebastian Ofner und dem Amerikaner Alex Michelsen ermittelt. In der dritten Runde ist ein wahrscheinliches Treffen mit Landsmann Matteo Berrettini – einem ehemaligen Wimbledon-Finalisten, für den Sand kein Lieblingsbelag ist – möglich. Weiter unten in der Auslosung lauern Frances Tiafoe, Ben Shelton und Andrey Rublev. Im Halbfinale ist ein potenzieller Gegner Felix Auger-Aliassime oder Daniil Medwedew.
Djokovic hingegen startet mit einem Match gegen Marton Fucsovics oder einen Qualifikanten, gefolgt von Ugo Humbert und Karen Khachanov. Der Serbe teilt sich die obere Hälfte der Auslosung mit Zverev und Lorenzo Musetti.
Analyse / Taktik / Was zu erwarten ist
Sinner kommt mit einer einzigartigen Leistung nach Rom – 2026 gewann er alle großen Hartplatztitel (Indian Wells, Miami Open) und fügte dann zwei Sandplatz-Masters (Monte Carlo, Madrid) hinzu. Er ist der zweite Spieler nach Djokovic (2015), der das "Frühlingspoker" erreicht hat. Seine Siegquote auf Sand – 74,5 % (70 Siege, 24 Niederlagen) – wird nur von Spezialisten auf diesem Belag übertroffen.
Die historische Motivation des Italieners ist enorm. Nur ein Spieler in der Geschichte – Rafael Nadal im Jahr 2010 – hat Monte Carlo, Madrid, Rom und die French Open in derselben Saison gewonnen. Sinner hat bereits die ersten beiden Titel geholt, und Rom ist der dritte Schritt zur Wiederholung der Leistung des "Sandplatzkönigs". Zudem hat der Italiener in seiner Karriere noch nie sein Heim-Masters gewonnen – der letzte lokale Champion, Adriano Panatta, triumphierte hier vor genau fünfzig Jahren, 1976.
Aus taktischer Sicht sind Sinners Hauptwaffen die Grundlinienkonstanz und eine phänomenale Verteidigung. Im Madrid-Viertelfinale gegen das 19-jährige spanische Wunderkind Rafael Jodar zeigte der Italiener dies eindrucksvoll: Im Rückstand im zweiten Satz rettete er fünf Breakbälle und gewann elf aufeinanderfolgende Punkte im Tiebreak.
Djokovic, bei aller Größe, scheint keine echte Bedrohung für seinen Landsmann zu sein. Der Serbe hat in zwei Monaten nur ein Match bestritten, und die Niederlage gegen de Minaur in Barcelona zeigte, dass seine Erholung unvollständig ist. Zu seinen Gunsten sprechen die Erfahrung von sechs Titeln in Rom und eine phänomenale Fähigkeit, in entscheidenden Phasen aufzublühen, aber sein körperlicher Zustand ist fraglich.
Der Geheimfavorit des Turniers ist Felix Auger-Aliassime, der in diesem Frühjahr eine großartige Serie hingelegt hat und auf Platz fünf steht. Der Kanadier kann auf langsamem Sand mit hohem Absprung Probleme bereiten, wie er in Matches gegen Topspieler gezeigt hat.
Kernpunkte
- Sinners Form gegen verletzten Alcaraz: Der Italiener ist seit 23 Matches ungeschlagen und sieht keinen wirklichen Gegner, der ihn auf Sand stoppen kann.
- Abwesenheit wichtiger Konkurrenten: Alcaraz fällt bis zu den French Open aus; Djokovic kommt von einer Verletzung und einer Pause zurück.
- Historischer Kontext: Der letzte italienische Sieg in Rom datiert aus dem Jahr 1976; Sinner ist einen Schritt davon entfernt, Nadals Titel-Set – Monte Carlo, Madrid, Rom – zu wiederholen.
- Turnierauslosung: Ein Sinner-Djokovic-Finale ist möglich, aber der Serbe hat einen harten Weg durch Musetti und Zverev.
- Sinners Sandentwicklung: Seine Siegquote von 74,5 % wird nur von Sandplatzspezialisten übertroffen; acht Masters-Titel auf verschiedenen Belägen – nur Agassi, Federer und Djokovic haben das volle Set.
Fazit
Die Rome Masters 2026 gehen als ein Turnier eines einzigen Mannes in die Geschichte ein. Die Abwesenheit von Alcaraz und Djokovics halbe Bereitschaft verwandeln den Wettbewerb von einem Kampf der Titanen in eine Benefizveranstaltung für Jannik Sinner. Die Frage ist nicht, ob der Italiener den Titel gewinnen wird, sondern ob er während des Turniers überhaupt einen Satz verlieren wird.
Dennoch ist Sand ein tückischer Belag, und Rom ist bekannt für sein unberechenbares Wetter und schwierige Bedingungen. Berrettini oder Auger-Aliassime könnten für Widerstand sorgen, wenn Sinner psychologisch wackelt – der Druck des Heimspiels kann einen grausamen Streich spielen, wie es schon vielen großen Champions der Vergangenheit passiert ist. Dennoch machen die Kombination aus Form, Statistik und historischer Motivation den Italiener zum unbestrittenen Favoriten. Höchstwahrscheinlich wird Sinner am 18. Mai die Trophäe in die Höhe stemmen, auf die Italien genau ein halbes Jahrhundert gewartet hat.
— Editorial Team