# Paderborns flüchtiger Spitzenplatz in der 2. Bundesliga nach Remis in Hannover
Paderborn übernahm kurzzeitig die Spitze der 2. Bundesliga, nachdem es am Sonntag ein zähes 1:1-Remis bei Hannover gab, doch das Ergebnis sorgt bei beiden Klubs für gemischte Gefühle, da das Aufstiegsrennen an Fahrt aufnimmt. Der eine Punkt katapultierte Ralf Kettemanns Mannschaft an die Tabellenspitze – zumindest bis Schalke später am Wochenende gegen Tabellenletzten Preußen Münster antritt. Für Hannover schmerzt der verspielte Punkt, da die Niedersachsen in der Tabelle abrutschen und ihre Chancen auf direkten Aufstieg einen empfindlichen Dämpfer erleiden.
Der Spielverlauf
Die erste Halbzeit war ein verkrampftes, vorsichtiges Kräftemessen, bei dem beide Teams aufpassen, keine Lücken zu lassen. Paderborn brach das Eis in der 40. Minute, als Felix Götze, der durch taktische Wechsel von Kettemann von Beginn an spielte, einen präzisen Steilpass aufnahm und den Hannoveraner Torhüter eiskalt überwand. Es war Götzes erstes Saisontor und ein entscheidendes für die Gäste, die so zu Recht in Führung gingen.
Hannover kam nach der Pause mit neuem Elan zurück, dominierte den Ballbesitz und presste hoch. Doch Paderborns Abwehr hielt stand, bis Benjamin Källman in der 78. Minute – er rückte für den verletzten Benedikt Pichler in die Startelf – höchster Springer war und einen Flankenball von links per Kopf verwandelte. Das 14. Saisontor des Finnen löste bei den Heimm fans kurzfristige Freude aus, doch Paderborn hielt das Remis bis zum Schluss.
Das Aufstiegsrennen nimmt eine Wendung
Dieses Ergebnis wirft Hannover einen Knüppel zwischen die Beine. Nach zwei Heimremis in Folge hat Christian Titz' Elf entscheidenden Schwung im Rennen um die direkten Aufstiegsplätze eingebüßt. Elversbergs starker Sieg gegen Karlsruhe am Freitag hatte Hannover schon auf Platz vier gedrückt, und nun können Darmstadt und Hertha BSC den Abstand verringern, falls sie ihre Sonntagsspiele gewinnen.
Paderborns vorübergehender Aufenthalt an der Spitze ist ein Moralschub, aber zerbrechlich. Mit Schalkes Nachholspiel später lastet Druck auf, die Position zu halten. Die Lehre? Jeder Punkt zählt in diesem engen Rennen, und Ausrutscher rächen sich teuer für alle Beteiligten.
So sieht die Spitze der Tabelle nach diesem Spiel aus (vor den Sonntagsspielen):
- Paderborn: 58 Punkte (vorübergehend Spitze)
- Schalke: 57 Punkte (Nachholspiel)
- Elversberg: 56 Punkte (nach Sieg)
- Hannover: 55 Punkte (nun Vierter)
Wichtige Auswirkungen für die Schlussphase
Das Remis in Hannover hat Welleneffekte in der Liga:
- Paderborns flüchtiger Vorsprung: Sie führen vorerst, aber Schalkes Spiel kann alles innerhalb von 24 Stunden ändern. Ein Sieg der Königsblauen würde sie zurück an die Spitze bringen.
- Hannovers Stolperer: Verspielte Punkte zu Hause gegen einen direkten Konkurrenten schaden den direkten Aufstiegschancen. Nun müssen sie auf Darmstadt und Hertha schauen, die nur wenige Punkte zurückliegen.
- Verletzungseffekt: Benedikt Pichlers Ausfall zwang Hannover zu Källman, der den Ausgleich erzielte, aber nicht alle drei Punkte holte. Pichlers Rückkehrzeit ist unklar, was den Endspurt beeinflussen könnte.
Hannover war vor diesen zwei Remis in Bestform und hatte vier der letzten fünf Spiele gewonnen. Das hatte sie in Pole-Position gebracht, nun stehen nervöse Wochen an. Paderborn hingegen ist erstaunlich konstant an der Spitze und verlor in den letzten zehn Partien nur zweimal. Ihre Fähigkeit, Ergebnisse wie dieses herauszupressen, ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wichtige Erkenntnisse
- Paderborns Remis in Hannover bringt ihnen vorübergehend die Spitze der 2. Bundesliga, doch Schalke kann sie mit einem Sieg ablösen.
- Hannover rutscht auf Platz vier und erschwert sich den direkten Aufstieg, während Verfolger Druck machen.
- Das Rennen ist extrem eng, mit Schalke, Elversberg, Darmstadt und Hertha BSC alle in Reichweite der Top-2-Plätze.
- Verletzungen spielen weiter eine Rolle, wie Pichlers Ausfall bei Hannover, der Källman in die Startelf zwang.
Mit nur noch wenigen Spielen vor dem Ende wiegt jedes Ergebnis tonnenschwer. Paderborn hofft auf Schalke-Patzer, während Hannover schnell umschalten muss, um die Top-2 zu erreichen.
— Editorial Team