# Spanische Polizei geht gegen Ultra-Gruppen vor vor dem Copa-del-Rey-Finale
Die spanischen Behörden gehen kein Risiko ein vor dem Finale der Copa del Rey. Da Atlético Madrid und Real Sociedad in Sevilla aufeinandertreffen, haben Polizisten nächtliche Einsätze gestartet, um bekannte Randalierer abzufangen, die mit Fan-Gruppen unterwegs sind. Ihr Ziel? Gewalt im Keim ersticken – und sie haben bereits zugeschlagen.
Präventive Schläge gegen reisende Ultras
Die Beamten haben nicht gewartet, bis das Chaos ausbricht. Sie waren früh auf der Straße, haben Busse gestoppt und massenhafte Ausweiskontrollen durchgeführt. In Córdoba bei La Carlota wurden 91 mutmaßliche Radikale, die mit den Ultras von Atlético verbunden sind, angehalten. Die Polizei hat Holzstöcke, Gummigegenstände und Spraydosen beschlagnahmt – Utensilien, die oft bei Platzstürmen oder Straßenschlachten eingesetzt werden. Am nächsten Morgen wurden zwei weitere Busse gestoppt, was zeigt, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion handelte.
In Sevilla hingegen richteten sich die Blicke auf die Anhänger von Real Sociedad. Sechzig Hardcore-Fans wurden identifiziert, und die Polizei hat 95 Metallstangen beschlagnahmt – kein Material für Selfie-Sticks. Außerdem gefunden: Mundschutz, Rückenschützer, Handschuhe und was die Behörden als „Ultra-Mützen“ mit versteckter Polsterung bezeichneten. Diese Mützen, die harmlos aussehen, aber für Schläge gebaut sind, werden nun forensisch untersucht. Es ist das erste Mal, dass solches Equipment in der Stadt konfisziert wurde.
Francisco Toscano, Regierungsbeauftragter in Sevilla, hat kein Blatt vor den Mund genommen. Er nannte die Nacht „lang und kompliziert“, lobte aber die Planung der nationalen Polizei dafür, dass alles bisher ruhig blieb. Keine Festnahmen. Keine Auseinandersetzungen. Das ist derzeit der Erfolg.
Ideologie vor Fußballfußball, heißt es
Besonders auffällig in Toscano Briefing war seine Aussage, dass einige lokale Radikale nicht einmal leidenschaftliche Fans seien – sie hätten sich in die reisenden Gruppen „aus ideologischer Nähe“ eingeschleust. Kurz gesagt: Es geht nicht nur um Fußballtreue. Manche hängen sich dran aus politischen oder sozialen Gründen und nutzen das Spiel als Tarnung. Noch besorgniserregender: Internationale Präsenz. Fünf italienische Ultras wurden speziell identifiziert, die mit der Atlético-Gruppe reisten. Grenzüberschreitende Hooligan-Netzwerke sind nichts Neues, aber sie früh zu entdecken gibt der Polizei einen Vorteil.
Die Behörden setzen nicht nur auf Bodentruppen. Drohnen surren über der Stadt. Ein Helikopter mit hochauflösender Überwachung kreist herum. Jede Bewegung wird verfolgt. Ein wichtiger Punkt: Die Polizei gibt zu, nicht zu wissen, ob diese markierten Personen überhaupt Tickets haben. Das heißt, sie überwachen potenzielle Unruhestifter, ob drinnen im Stadion oder draußen auf dem Pflaster.
Warum das über die Sicherheit hinaus wichtig ist
Das ist nicht nur eine Geschichte zur öffentlichen Sicherheit. Es ist eine Warnung an Vereine, Verbände und UEFA-ähnliche Organisationen. Wenn die Fan-Kultur in organisierten Extremismus umschlägt, leidet der Sport. Sponsoren werden nervös. Familien überlegen es sich zweimal, hinzugehen. Sender schneiden von Fan-Aufnahmen weg. Und Städte wie Sevilla – stolze Gastgeber – riskieren Imageschäden, wenn Prügeleien auf Social Media viral gehen.
Die Vereine können sich davon auch nicht die Hände in Unschuld waschen. Weder Atlético noch Real Sociedad werden direkte Verbindungen vorgeworfen, aber Fan-Gruppen agieren oft in Grauzonen mit stillschweigender Duldung. Merchandise-Verkäufe, Gesänge, Choreografien – all das nährt das System. Nun, da internationale Ultras Grenzen überschreiten und taktische Ausrüstung schmuggeln, ist passive Toleranz keine Option mehr.
Das sollten Fans im Auge behalten:
- Verschärfte Taschenkontrollen und Ausweisprüfungen an den Stadioneingängen.
- Mögliche Verzögerungen beim Einlass durch strengere Sicherheitsmaßnahmen.
- Drohnenaufnahmen, die live in den Kommandozentralen genutzt werden.
- Vereine, die zuletzt Verhaltenshinweise per App-Benachrichtigungen versenden.
Wichtige Erkenntnisse
- Spanische Polizei hat über 160 Personen in zwei Städten abgefangen vor dem Copa-del-Rey-Finale.
- Beschlagnahmte Gegenstände umfassen Metallstangen, Schutzausrüstung und „Ultra-Mützen“ mit versteckter Polsterung – eine Premiere in Sevilla.
- Fünf italienische Ultras identifiziert bei Atlético-Gruppe; lokale Radikale sollen aus ideologischen Gründen mitgemischt haben, nicht wegen Fußball.
- Bisher keine Festnahmen oder Auseinandersetzungen – präventive Maßnahmen wirken.
- Überwachung mit Drohnen und Hubschraubern; Ticketstatus der Verdächtigen unbekannt.
Die Botschaft ist klar: Spanien lässt sein Aushängeschild-Cup-Finale nicht von Randgruppen kapern. Ob das zukünftige Vorfälle abschreckt oder die Methoden nur unter die Oberfläche drückt, wird sich zeigen. Vorläufig bleibt in Sevilla der Fokus auf Fußball – nicht auf Fäusten.
— Editorial Team