# Martin O’Neills Celtic setzen im Titelrennen auf Zähigkeit statt Stil
Martin O’Neills Celtic erzielt im angespannten Titelrennen hart erkämpfte Ergebnisse und setzt mehr auf Biss als auf Flair. Das jüngste Stolpern bei Dundee United warf Fragen auf, doch eine starke Serie in schwierigen Auswärtsarenen deutet auf ein Team hin, das in den entscheidenden Momenten immer einen Weg zum Sieg findet. Mit sechs entscheidenden Spielen vor sich, darunter das Scottish Cup-Finale, gilt der volle Fokus auf die Zielgerade.
Analyse der aktuellen Form von Celtic
Es war eine seltsame Saison für Celtic. Die Leistungsniveaus waren oft inkonsistent, doch die Ergebnisse fielen größtenteils positiv aus. Die einzige Niederlage in den letzten neun Spielen gab es bei Dundee United, einem Match, in dem O’Neill offen die Kampfkraft seines Teams anzweifelte, nachdem zwei Tore in der zweiten Halbzeit kassiert wurden. Doch dieser Verlust sticht als Ausreißer aus einer Serie hervor, die umfasst:
- Ein Comeback von 0:2-Rückstand zum Unentschieden gegen Rangers in Ibrox.
- Einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Rangers im Scottish Cup-Halbfinale.
- Auswärtssiege bei Aberdeen und Dundee.
- Einen dramatischen Vier-Tore-Blitz in sechs Minuten zum Sieg gegen St Mirren im Pokalhalbfinale.
Das Muster ist klar: Celtic dominiert die Spiele nicht mit schönem Fußball, sichert sich aber Punkte und zieht in den Pokalwettbewerben weiter durch Zähigkeit und entscheidende Momente von Klasse.
Die großen Herausforderungen vor dem Endspurt
O’Neill und sein Stab stehen vor konkreten Rätseln im Vorfeld des finalen Run-ins. Das Team neigt dazu, stark zu starten, aber später einzubrechen und die hohe Intensität über volle 90 Minuten nicht zu halten. Zudem war der explosive Torsturm wie gegen St Mirren in dieser Saison selten; eine konstante offensive Bedrohung zu erzeugen, bleibt ein Problem.
Allerdings könnte sich in dieser Phase der Saison die Philosophie einfach verschieben. Es geht nicht mehr primär um ästhetische Leistungen, sondern um Siege. Der restliche Spielplan bietet eine Mischung aus Herausforderungen und Chancen:
- Ein Heimspiel gegen Falkirk am kommenden Samstag.
- Drei weitere Ligaspiele in Celtic Park.
- Zwei Auswärtsligaspiele.
- Das Scottish Cup-Finale gegen ein Team aus der Championship in Hampden.
Angesichts von O’Neills Bilanz, nur zwei domestic Niederlagen in 23 Spielen aller Wettbewerbe seit seiner Rückkehr, bleibt der Ausblick positiv.
Wichtige Erkenntnisse für Celtics Endspurt
- Ergebnisse zählen mehr als Stil: In einem knappen Dreikampf um die Meisterschaft ist "schmutziges" Gewinnen absolut akzeptabel. Die Punkte und der Pokalvorlauf sind entscheidend.
- Heimvorteil ist entscheidend: Mit drei der letzten sechs Ligaspiele in Parkhead haben Celtic eine starke Basis, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
- O’Neills Mentalität ist der Schlüssel: Die Erfahrung des Trainers und sein Gespür für entscheidende Ergebnisse, selbst bei schwacher Teamleistung, sind ein großer Trumpf.
- Das Pokalfinale ist eine Bonus-Chance: Ein Endspiel gegen einen Gegner aus unteren Ligen bietet eine klare Gelegenheit, einen weiteren Pokal zu holen.
- Die Niederlage bei Dundee United als Warnung: Die Pleite erinnerte daran, dass Nachlässigkeit oder nachlassende Intensität teuer werden kann, und hält das Team auf Zack.
Zusammenfassend ist Celtics Weg zu einem möglichen Liga-Pokal-Doppel geprägt von Ausdauer. Der Schläue und der fließende Fußball vergangener Ären mögen fehlen, doch der Biss, um eine schwierige Saison zu meistern und stark zu finishen, ist vorhanden. O’Neills märchenhaftes Aus für seine Celtic-Geschichte bleibt realistisch – aufgebaut auf purer Entschlossenheit.
— Editorial Team