Belgien kann Iran in Unterzahl nicht bezwingen – 0:0 bei der WM 2026
In einem weiteren Spiel der Gruppe G spielten die Belgier, nach Nathan Ngois Roter Karte auf zehn Mann reduziert, ein 0:0-Unentschieden gegen den Iran. Beide Torhüter – Thibaut Courtois und Alireza Beiranvand – zeigten herausragende Leistungen, der iranische Schlussmann wurde zum Spieler des Spiels gekürt.
Belgien und Iran lieferten ein torloses Drama: Rote Karte, aberkanntes Tor und eine Torhüter-Gala bei der WM 2026
Die Nationalmannschaften Belgiens und des Iran konnten die Zuschauer in der zweiten Runde der Gruppenphase der WM 2026 nicht mit Toren unterhalten, aber die Partie im SoFi Stadium in Inglewood (USA) war dramatisch und ereignisreich. Das Spiel endete 0:0, aber in 90 Minuten passierte alles: ein aberkanntes Tor, phänomenale Paraden beider Keeper und ein Platzverweis, der einen der Gruppenfavoriten in Unterzahl zurückließ.
Hauptgeschehen: Schicksalhafte Rote Karte und Torhüter-Gala
Die Partie begann mit druckvollem Spiel der Belgier, die von der ersten Minute an die Initiative ergriffen und fast 80 % der Zeit den Ball besaßen. Die Roten Teufel trafen jedoch auf eine disziplinierte iranische Abwehr, die auf einen defensiven Block mit Konterabsichten setzte.
Der Schlüsselmoment der ersten Halbzeit kam in der 25. Minute, als Mehdi Taremi nach einem cleveren Freistoß den Ball ins Tor von Thibaut Courtois schob. Der Iran feierte das Tor, aber nach einer VAR-Überprüfung wurde es wegen Abseits des Inter-Stürmers aberkannt – wie Kommentatoren später anmerkten, um eine „Zehspitze“.
In der zweiten Halbzeit erreichte das Spiel den Siedepunkt. In der 59. Minute feuerte Maxim De Cuyper einen Schuss aus kurzer Distanz auf das Tor des Iran ab, aber der 33-jährige Torhüter Alireza Beiranvand zeigte eine unglaubliche Parade, die viele als die beste des Turniers bezeichneten.
Der Höhepunkt kam in der 66. Minute: Der belgische Verteidiger Nathan Ngoi verlor den Ball in der eigenen Hälfte, sodass Taremi allein auf Courtois zulaufen konnte. Der 22-Jährige foulte den iranischen Stürmer von hinten, und Schiedsrichter Dario Herrera zögerte nicht, die Rote Karte zu zeigen – wegen Verhinderung einer klaren Torchance. Belgien spielte fast eine halbe Stunde lang mit zehn Mann, aber der Iran konnte die numerische Überlegenheit nicht nutzen – Courtois rettete sein Team mehrfach, und die Partie endete torlos.
Details und Statistiken: Torhüter sind die Haupthelden
Der Endstand war 0:0, aber die Statistiken erzählen die Geschichte eines intensiven Kampfes:
| Metrik | Belgien | Iran |
|---|---|---|
| Ballbesitz | ~80 % | ~20 % |
| Torschüsse | 17 | 9 |
| Schüsse aufs Tor | 6 | 4 |
| Paraden | 4 | 7 |
Thibaut Courtois, Torhüter von Real Madrid, bestritt sein 17. WM-Spiel und stellte damit den Rekord der belgischen Legende Enzo Scifo ein. Der Held des Abends war jedoch sein Gegenüber Alireza Beiranvand.
Beiranvand, der für den iranischen Klub Tractor Sazi spielt, parierte 7 Schüsse und wurde zum FIFA-Spieler des Spiels ernannt. Dies ist die zweitbeste Leistung eines iranischen Torhüters in der WM-Geschichte – der Rekord gehört Nasser Hejazi, der 1978 gegen die Niederlande 8 Paraden zeigte.
Kontext und Bedeutung: Gruppe G wird heiß
Nach zwei Runden ist die Gruppe G extrem eng. Belgien und der Iran haben beide 2 Punkte, wobei der Iran aufgrund der besseren Tordifferenz vorübergehend führt. Ägypten und Neuseeland (je 1 Punkt) bestreiten ihr Spiel später.
Tabellenstand der Gruppe G nach zwei Runden:
| Team | Spiele | Punkte | Tordifferenz |
|---|---|---|---|
| Iran | 2 | 2 | 0 |
| Belgien | 2 | 2 | 0 |
| Ägypten | 1 | 1 | 0 |
| Neuseeland | 1 | 1 | 0 |
Für Belgien ist dies eine Enttäuschung – die „goldene Generation“ unter Domenico Tedesco (jetzt Rudi Garcia) befindet sich weiter im Niedergang. In der ersten Runde retteten die Belgier gerade noch ein Unentschieden gegen Ägypten (1:1), und nun ist ihre Qualifikation für die K.o.-Runde gefährdet. Der Iran hingegen bestätigt seinen Status als solides Mittelfeld-Team, das den Favoriten Punkte abnehmen kann, trotz Vorbereitungsproblemen. Der iranische Fußballverband plant sogar, bei der FIFA Beschwerde über Schwierigkeiten in den USA einzureichen.
Ausblick / Vorschau auf das nächste Spiel
In der letzten Runde der Gruppenphase am 27. Juni trifft Belgien auf Neuseeland, während der Iran gegen Ägypten spielt. Für die Roten Teufel ist dieses Spiel praktisch ein Endspiel: Nur ein Sieg garantiert den Einzug ins Achtelfinale. Der Iran, mit Vorteil bei den Tiebreakern, wäre mit einem Unentschieden gegen Ägypten zufrieden, falls Belgien Neuseeland nicht mit einem hohen Ergebnis schlägt.
Redaktionelle Prognose
Belgien bleibt der Favorit gegen Neuseeland, aber ihre Leistung wirft ernste Fragen auf. Das Fehlen von Jérémy Doku, der aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht helfen konnte, hat die Angriffsschärfe merklich reduziert. Rudi Garcia muss eine Lösung für das Abschlussproblem finden – 17 Schüsse mit nur 6 aufs Tor deuten auf eine geringe Effizienz der Angriffsgruppe um Romelu Lukaku und Leandro Trossard hin. Der Iran hingegen, der Charakter und Disziplin zeigt, könnte für eine Sensation sorgen und ins Achtelfinale einziehen, wenn er zumindest eine Niederlage gegen Ägypten vermeidet. Gruppe G entwickelt sich zu einer echten „Todesgruppe“, in der jedes Spiel der dritten Runde entscheidend sein wird. Unsere Prognose: Belgien schlägt Neuseeland knapp, während der Iran und Ägypten unentschieden spielen, was die Roten Teufel aufgrund der Tordifferenz nach Hause schickt – es sei denn, die Belgier gewinnen hoch.
— Editorial Team